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Big Band und Schüler-Lehrer-Eltern-Chor begeisterten

Jazzend Gott gepriesen

Sie tragen ihre Saxophone und Trompeten, Posaunen und Gitarren in die St.-Joseph-Kirche und stellen sich neben den Altar: Das Far-East Jazz-Orchestra macht sich an diesem frühen Sonntagabend bereit zum Spielen. Jetzt ziehen Schüler, Lehrer und Eltern in das Gotteshaus in Stadtlohn ein. Sie singen „Freedom is coming“– Freiheit kommt.

STADTLOHN

von Von Simon Sax

, 18.06.2012

Der Schüler-Lehrer-Eltern-Chor der Canisiusschule Ahaus hat zusammen mit der Big-Band aus Enschede Duke Ellingtons „Sacred Concert“ aufgeführt. Der amerikanische Jazzmusiker bezeichnete das Werk als „das wichtigste, das ich jemals geschrieben habe“. Es vereint Kirchenmusik mit Jazz. So lauschte das Publikum rhythmischen Klängen und geistlichen Texten. Vor allem Letzteres kam nicht zu kurz. In einem Großteil der Lieder pries der Chor Gott, immer begleitet von dem kraftvollen Jazz der Big Band. Ebenso kraftvoll wirkten die Auftritte der Jazz-Sopranistin Nanni Byl. In ihren Soli besang sie den Himmel und die Liebe Gottes.

Das zweite große Thema des Konzerts: die Freiheit. Die war für Ellington, dem Nachfahren von afrikanischen Sklaven, besonders wichtig. Seine „Freedom-Suite“ versahen der Chor und die Big Band mit ebenso ruhigen wie gewaltigen musikalischen Momenten – immer intensiv und ausdrucksstark. Als der sechsstimmige Chor mit voller Kraft „Freedom“ sang, applaudierte das Publikum. Nach einer leiseren Passage folgte ein kurzer Wortbeitrag: Angehörige zehn verschiedener Nationen sagten „Freiheit“ in ihrer Muttersprache. Die Vielseitigkeit des Stückes und der Inszenierung beeindruckte das Publikum. Doch der Höhepunkt des Abends war erst erreicht, als der Stepptänzer Thomas Kolcezweski auftrat. Er tanzte zu „David danced before the Lord“, unterstützt von Chor und Big Band. Die exotische Mischung aus Chor, Jazz und dem Klackern der Schuhe begeisterte die Zuhörer.

Die Zuhörer ließen sich nach dem letzen Lied nicht lange bitten: Das Publikum stand auf und applaudierte mehrere Minuten. Anderthalb Stunden und zehn Lieder hatte das „Sacred Concert“ gedauert – trotzdem ließ die Zugabe nicht lange auf sich warten. Noch einmal gab es zwei Stücke unter der Leitung von Andrea van der Linde. Sie und ihr Mann Norbert hatten den Chor ein Jahr lang auf den Auftritt vorbereitet. Warum sie gerade Ellingtons „Sacred Concert“ ausgesucht hätten? „Das Stück trifft den Geschmack von verschiedenen Generationen. Außerdem ist Ellingtons Jazz sehr verständlich“, meinte Andrea van der Linde. Das Fazit zu Ellingtons Werk und der Darbietung durch die Musiker hatte Pfarrer Stefan Jürgens schon vorweg genommen: „Freiheit atmet durch alle Noten und Gott auch.“

  • Der Schüler-Lehrer-Eltern-Chor und das Far East Jazz Orchestra treten am 1. Juli um 17 Uhr in der St.-Josef-Kirche in Ahaus auf.
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