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Bürgermeister-Treffen in Kita der offenen Türen

Viele Veränderungen im Otger-Kindergarten

Der Kindergarten St. Otger hat nach dem Umbau sein pädagogisches Konzept auf offene Arbeit umgestellt. Bürgermeister Helmut Könning besuchte die Einrichtung am Freitag – und schon vor 61 Jahren.

Stadtlohn

, 09.03.2018
Bürgermeister-Treffen in Kita der offenen Türen

Bürgermeister Sebastian hat sich mit grüngestreiftem Schlips in Schale geschmissen. Schließlich hat er gestern seinen großen Amtskollegen im Kindergarten St. Otger empfangen; hinten von links: Bürgermeister Helmut Könning, Verbundleiterin Lena Fromme, Kita-Leiterin Marion Röttgers sowie die Erzieherinnen Christa Hayk und Annette Gehling. © Stefan Grothues

Du bist sicher der Kollege!“ Bürgermeister Helmut Könning hat ihn gleich erkannt unter 59 kleinen Strolchen, Regebogenkindern und Zwergen. Aber wirklich schwer war es auch nicht: Schließlich trägt Sebastian eine Krawatte. Die hat sich der Sechsjährige am Tag zuvor extra besorgt. Und er hat darauf geachtet, dass sie Streifen hat. So wie die Krawatte auf dem Foto vom richtigen Bürgermeister, das im Flur des Kindergartens St. Otger hängt.

Sebastian ist seit dem 1. März Bürgermeister im Kindergarten. Am Freitag führt er den hohen Gast stolz durch „seine Stadt“, den völlig neugestalteten Kindergarten an der Dr.-Decking-Straße. Bis vor wenigen Monaten gab es hier ganz traditionelle Kindergartengruppen, die jeweils für sich hinter geschlossenen Gruppenräumentüren betreut wurden. Dieses Konzept kennt auch Bürgermeister Helmut Könning noch aus eigener Erfahrung: Ein Jahr nach der Eröffnung des Kindergartens war er hier selbst Kindergartenkind. Das war 1957.

Prinzip der offenen Tür

Aber jetzt ist alles anders. Ab sofort stehen alle Türen offen. Auf den Fluren herrscht reger Verkehr. Bürgermeister Basti lotst die Delegation um den Ehrengast durchs Gedränge. Kindergartenleiterin Marion Röttgers und Verbundleiterin Lena Fromme erläutern die Veränderungen: 2017 wurde die Zahl der Gruppen von vier auf drei verringert.

Der frei werdende Platz wurde für die U3-Betreuung benötigt: für Schlaf- und Nebenräume sowie für die Übermittagsbetreuung. Die Stadt hat den Umbau mit 60.000 Euro gefördert. „Jetzt können Sie auch mal sehen, was wir mit Ihrem Geld gemacht haben“, sagt Lena Fromme zum großen Bürgermeister. Als Verbundleiterin betreut sie die sechs Kindergärten der St. Otger-Gemeinde pädagogisch.

Als die Handwerker fertig waren, begann im November der pädagogische Umbau. „Die Kinder können jetzt ihren Spielort nach dem Morgenkreis selbst bestimmen“, sagt Kitaleiterin Marion Röttgers. Und das Angebot ist groß: Es gibt Bauwerkstätten zum Hämmern, Schrauben und Sägen, Ateliers, in denen gebastelt wird, Rollenspielwerkstätten mit Wohnung, Massage-Praxis und Kaufladen, eine Lesewerkstatt, eine Wasserwerkstatt zum Matschen, eine Koch- und Backwerkstatt…

Das Leben nachspielen

„Die Kinder sind begeistert. Sie können nun auf eigene Faust viel mehr entdecken. Und sie wissen selbst am besten, welche Bedürfnisse sie gerade haben“, sagt Marion Röttgers. „So können alle Kinder das vielseitige Leben der Erwachsenen nachspielen und sich geistig und sozial weiterentwickeln.“ Und die Erzieherinnen geben individuelle Impulse, sodass jeder auch mal singt, malt und rechnet.
„Wir ermutigen die Kinder, die Werkstätten auch nach ihren Vorstellungen mitzugestalten“, sagt Marion Röttgers. Und so kam es auch zum Bürgermeisteramt im Kindergarten: Jeden Monat bestimmen die Kinder einen neuen Bürgermeister. „Ich pass’ auf, dass es hier nicht zu rummelig wird“, so beschreibt Sebastian seine Aufgabe. „Und wenn doch, dann hol’ ich jemanden zum Aufräumen.“

Auch Bürgermeister Helmut Könning erzählte den Kindern, wie sein Arbeitsalltag im Rathaus aussieht: „Es wird nie langweilig. Jeder Tag ist anders.“ Und diese Erfahrungen teilen der große und kleine Bürgermeister offenbar.

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