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Der Baby-Boom ist vorbei

Rückgang der Geburtenzahl

STADTLOHN Die Kinderzahl in Stadtlohn sinkt – und das kontinuierlich Jahr für Jahr. Das bringt für die Stadt auch Konsequenzen mit sich.

von Von Thorsten Ohm

, 13.08.2010
Der Baby-Boom ist vorbei

Ein Blick in das Säuglingszimmer des Stadtlohner Krankenhauses Maria-Hilf: Noch immer erblicken dort viele neue Erdenbürger das Licht der Welt, doch ihre Zahl hat sich verringert.

Jetzt hat der Abwärtstrend einen neuen Tiefststand erreicht: 195 Jungen und Mädchen haben im vergangenen Jahr in der Berkelstadt das Licht der Welt erblickt. Eigentlich immer noch ein ganz ordentlicher Wert: Damit kommt Stadtlohn auf 9,4 Geburten je 1000 Einwohner. Das liegt über dem Kreisdurchschnitt von 8,8 und höher als die Nachbarorte Vreden mit 8,6, Ahaus mit 9,1 oder Südlohn mit 9,0.

Doch die Stadtlohner sind andere Zahlen gewohnt. Noch im Jahr 1992 durften sie sich über 299 Neugeborene freuen – seitdem ist die Kurve mal mehr, mal weniger schnell nach unten gegangen, nur selten wieder leicht nach oben. Auf 35 Jahre betrachtet lag die Geburtenzahl lange Zeit bei Werten um die 250 Kinder – jetzt scheint sie sich dauerhaft bei etwa 200 eingependelt zu haben. Zusammengefasst beträgt der Durchschnittswert für die vergangenen 35 Jahre 239 Geburten.

Vorbei scheint auch die Zeit der großen Wachstumsraten in der Gesamtbevölkerungszahl: Mit Sieben-Meilen-Stiefel war die Einwohner-Marke in den neunziger Jahren nach oben geschnellt – im Jahr 2000 hatte sie erstmals die Marke von 20 000 übersprungen.

Zwar stieg sie weiter, doch deutlich gebremst: In den vergangenen zehn Jahren war ein Plus von rund 700 Stadtlohnern zu verzeichnen auf jetzt 20 718 Menschen – das Jahrzehnt davor brachte jedoch einen Zuwachs von mehr als 2600 Bürgern. Profitieren konnte die Stadt vor allem in den neunziger Jahren nicht nur von hohen Geburtenzahlen, sondern auch von einem ansehnlichen Wanderungsgewinn: Dieser lag oft bei Werten von mehr als 100 – im Durchschnitt konnte das Einwohnermeldeamt damals ein Plus von 111,2 Menschen verzeichnen, denn die Zahl der Zuzüge überstieg bei weitem das Maß derer, die der Stadt den Rücken kehrten.  

Die Spitze markieren die Jahre 1991 und 1992 mit jeweils 711 Zuzügen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr zogen 677 Personen neu nach Stadtlohn, dem gegenüber standen 714 Fortzüge – ein Wanderungsverlust von minus 37. Die Folgen des mit „demografischen Wandel“ überschriebenen Effektes sind spürbar – nicht nur in Gestalt eines wachsenden Anteils älterer Menschen und der damit verbundenen Herausforderungen an Infrastruktur und Angebote einer Stadt. Konsequenzen hat der Rückgang der Geburtenzahl auch für die Schullandschaft mit sich gebracht: die Schließung der Marienschule – vier Grundschulen reichen heute für Stadtlohn.

Auch bei den weiter führenden Schulen zeichnen sich Veränderungen ab. Die Stärke der Jahrgänge verringert sich zwangsläufig. Schmaler wird damit die Basis für die Bildung der fünften Klassen. Hinzu kommt die Verschiebung bei den Übergangsquoten, die im Hauptschulbereich erkennbare Rückgänge bewirkt.

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