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Ein Schiff wird kommen

Modell im Rathaus

Ein Berkelschiff hat im Rathausfoyer angelegt. Es kam nicht auf dem Wasserweg von Billerbeck nach Stadtlohn, sondern auf dem Anhänger von Heinz Garwer. Dabei ist Heinz Garwer doch eigentlich als Eisenbahner bekannt.

STADTLOHN

, 18.10.2016
Ein Schiff wird kommen

Heinz Garwer und das Modell

"Ich bin durch Zufall in die Rolle des Schiffstransporteurs gekommen", sagt Garwer lachend. Seit einiger Zeit steht der Gründer des Eisbahnmuseums in Kontakt mit der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster, die sich für die alte Stadtlohner Eisenbahnbrücke interessiert (Münsterland Zeitung berichtete). Bei einem Besuch in Stadtlohn sahen die Wissenschaftler im Rathaus die Wanderausstellung zum Thema Berkel - und steuerten spontan das Modell eines Berkelschiffs als Leihgabe bei. Heinz Garwer musste es nur noch abholen.

Modell im Maßstab 1:5

Die "Kleine Jappe" ist der originalgetreue Nachbau eines Handelsschiffs im Maßstab 1:5. Als "Berkelzompen" verkehrten diese Plattbodenschiffe noch im 19. Jahrhundert auf der Berkel. Der Nachbau entstand in der Schreinerei der Universität Münster. Als "Kulturbo(o)tschafter und Ideenschiff", so Dr. Wilhelm Bauhus, Leiter der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster, soll das Modellboot die Städte in der Berkel-Region und ihre Menschen verbinden und dabei nicht wie früher schwere Fracht, sondern Ideen und Kulturaustausch transportieren. Den Rahmen bildet das von der EU geförderte Projekt "Kulturtraverse Berkel". Die Idee, die hinter dem Projekt steht: Die Schiffbarkeit des Flusses erlaubte früher nicht nur den Transfer wichtiger Güter, sondern führte auch zu Formen sozialen Austauschs. Gemeinsam mit lokalen Akteuren sowie Kulturschaffenden und Forschenden der Regionen soll die Berkel auch heute Menschen im Münsterland und in den Niederlanden verbinden. Im Dezember und Januar werden dazu noch Veranstaltungen auch in Stadtlohn stattfinden.

Hafen an der Berkelmühle?

Während das Modellschiff für die Uniforscher eher symbolischen Charakter hat, sind die "Freunde der Berkel" in der Stiftung 4. Berkelcompagnie schon einen Schritt weiter. Am Rande der Ausstellung verriet der Stadtlohner Günter Südhoff Pläne für den Bau eines achteinhalb Meter langen Berkelschiffs, das bis zu 18 Menschen aufnehmen kann und in Stadtlohn seinen Heimathafen finden soll.

Südhoff setzt sich dafür ein, dass die alte Remise an der Berkelmühle für diesen Zweck zu einem Bootshaus umgebaut wird. Einen entsprechenden Antrag habe er bereits bei der Stadt gestellt. Entschieden ist allerdings noch nichts. Südhoff aber ist sich jetzt schon sicher: "Das wäre doch tolles touristisches Angebot für die Gäste des dort geplanten Hotels."

Der Zomp soll auf einer Werft im niederländischen Etten gebaut werden. Das notwendige Geld zu beschaffen, sei "kein Problem", sagt Günter Südhoff. "Wir haben schon Zusagen von Sponsoren." Und vom Kreis Borken gebe es schon ein Sondererlaubnis, das der Zomp Ausflugsfahrten flussaufwärts unternehmen kann. Und da schließt sich der Kreis zum Eisenbahner Heinz Garwer: Ziel der Berkelzomp-Fahrten soll die denkmalgeschützte Eisenbahnbrücke sein, die auf dem Landweg kaum noch zu erreichen ist.

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