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Ferdi Schreiber stellt Kunst von drei Frauen in Almsick aus

Kunsthalle Almsick

Ferdi Schreiber sieht es auch als Ausgleich für den „Verlust“ seiner drei Töchter. Der einzige Grund für seine rein weibliche Kunstaktion ist das aber nicht.

Stadtlohn

, 09.09.2018
Ferdi Schreiber stellt Kunst von drei Frauen in Almsick aus

Trotz großer Unterschiede ist Qualitätskunst ihr Bindeglied: Daniela Schlüter (l.) und Annika Kahmen bei der Vorbereitung zur Ausstellung in Almsick. MLZ Fotos (2) Hildebrand-Stubbe © Christiane Hildebrand-Stubbe

Zum 16. Mal beginnt in Almsick bereits frühzeitig der Herbst – zumindest der künstlerische. Dafür haben mit Daniela Schlüter, Annika Kahmen und Helena Hartmann drei Künstlerinnen zusammengefunden, um ihre Arbeiten vom 16. September bis zu Monatsende in der kleinen Kunsthalle in Almsick 23 zu zeigen. Ferdi Schreiber, Künstler und Kunstpädagoge, will der so lange vernachlässigten Kunst von Frauen den gebührenden Platz einräumen.

Ein Versäumnis, dessen er sich selbst auch „schuldig“ bekennt: „In den 48 Jahren als Kunstlehrer habe ich mich tatsächlich nur wenig mit Künstlerinnen befasst.“ Und auch bei seinen Ausstellungen waren die kaum präsent. Bislang jedenfalls. Dabei zollt er der weiblichen Kunst großen Respekt: „Frauen sind sehr viel disziplinierter als Männer, leisten immer 150 Prozent.“ Und: „Am Ende sind sie auch sensibler, emotionaler.“ Dass er die drei Künstlerinnen für den „Almsicker Kunstherbst“ gewinnen konnte, habe einfach mit „Bekanntschaften und Begegnungen“ zu tun, sagt Ferdi Schreiber. Und vom Zusammentreffen ausgerechnet dieser Drei, die sich der Kunst aus ganz verschiedenen Ecken widmen, ist er geradezu fasziniert: „Ihre Gemeinsamkeit ist der Unterschied.“ Folgerichtig ist daher das Ausstellungsthema: Polyphon – vielklingend. Das bedeutet aber nicht, dass die Almsick-er Ausstellung ohne „roten Faden“ auskommt. Trotz ganz unterschiedlicher Techniken und Materialien ist es vor allem der hohe Anspruch an die Arbeit, die Qualität, die sie vereint. Sie alle haben eine fundierte Ausbildung hinter sich, sind hauptberuflich Künstlerinnen.

Bilder der Zeit

Und alle sehen ihre Arbeiten auch als Abbild gesellschaftlicher Entwicklungen. Annika Kahmen: „Ich sehe mich als Beobachterin, setzte mich mit der Wirklichkeit auseinander“. Daniela Schlüter und Helena Hartmann gehen noch einen Schritt weiter und werten ihre Kunst sogar als „politisch“. Annika Kahmen hat „früher viel gezeichnet“, heute ersetzt das die Polaroid-Kamera. Die gebürtige Vredenerin, die bereits in Peking und Seoul ausgestellt hat, ist Sammlerin. Nach Almsick bringt sie auch eine besondere „Pappe“ mit: eine in der Glockengießerei in Gescher gegossene Bronze. Ihre Arbeiten sind eher zurückhaltend, leise, müssen sich auch in diesem Raum behaupten.

Gegen die zum Teil großformatigen, lauten Bilder von Daniela Schlüter, Südlohn, zum Beispiel. Auch sie will sich nicht auf eine Disziplin festlegen, sieht aber in der Präzision eine Grundvoraussetzung ihres künstlerischen Tuns. Lange arbeitet sie an ihren Bildern, die unterschiedliche Techniken und Materialien vereinen und ganz viele Geschichten zu erzählen haben. Keine Kunst, die sich auf den ersten Blick erschließt.

Die Dritte im Bunde, Helena Hartmann aus Ahaus, arbeitet zurzeit zusammen mit anderen Künstlern in Detroit an der „Reparatur“ eines großen Kunstobjektes. Vertreten wird sie beim „Herbst“ durch ihren Vater Helmut. Darunter auch die der Tochter, Fotoserien, durch verschiedene Farbfilter verfremdet, aus Lettland und Detroit. Bedrückende Bilder des Verfalls, in Lettland der fast zementiert wirkende, und im aufstrebenden Detroit die aufkeimende Hoffnung auf Wohlstand.

  • Beginn der Ausstellung ist der 16. September, 15 Uhr; das Ende am 30. September um 18 Uhr.
  • Öffnungszeiten: täglich 15 bis 18 Uhr.
  • Kontakt: Ferdi Schreiber, Tel. (02563) 7464
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