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Frauen anders belastet

Informativer Vortrag

Die spannende Frage, ob denn Frauenherzen anders schlagen als Männerherzen beantwortete Dr. med. Regine Rapp-Engels den interessierten Frauen am Dienstagabend im Haus Hakenfort.

STADTLOHN

von von Susanne Dirking

, 18.02.2011
Frauen anders belastet

Bei der Veranstaltung »Die Nächste bitte! - Gesundheit aus Frauensicht« im Haus Hakenfort (von links) Adelheid Boer (VHS), Maria Terhechte-Vos (JFB), Dr. Regine Rapp-Engels und Mechthild Roters (Gleichstellungsbeauftragte).

Auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Stadtlohn und des Jugend- und Familienbildungswerkes und der Volkshochschule referierte die Präsidentin des deutschen Ärztinnenbundes über die verschiedenen Aspekte einer geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung. Zunächst wies sie daraufhin, dass die Krankheitssymptome geschlechtsdifferenziert zu betrachten seien, weil Frauen anderen Belastungen ausgesetzt seien wie Männer. Und dass Frauen gesundheitsbewusster seien als Männer, zeige sich darin, dass sie die Vorsorgeuntersuchungen vermehrt wahrnehmen im Gegensatz zu den Männern. Bei den Herz-Kreislauferkrankungen, die bestens erforscht seien, könne man die Unterschiede deutlich aufzeigen.  Die World-Health-Organization (WHO) definiere Gesundheit als körperliche, seelische und soziale Gesundheit. Sowohl Armut, Bildung als auch die familiäre Situation haben großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Frauen. In Bezug auf Herzerkrankungen seien Frauen ebenso gefährdet wie Männer. Betroffen seien meist Frauen jenseits der Wechseljahre. Das Belastungs-EKG sei nicht so ausagekräftig wie bei den Männern. Scherzend nannte sie das Zitat aus Rigoletto: „Ach, wie so trügerisch sind Frauenherzen“.  In jedem Fall müsse der Notarzt rechtzeitig gerufen werden.

Die medikamentöse Behandlung bei Frauen sei anders als bei Männern. Frauen seien bei der gleichen Dosis eher nebenwirkungsgefährdet, was aber noch wenig erforscht sei. Außerdem gebe es einen Unterschied bei der Verordnung von Psychopharmaka. „Frauen erhalten doppelt so häufig Psychopharmaka wie Männer“, erklärte die Referentin. Und mit Stress gehen die Frauen anders um als Männer, wusste sie. Entscheidend seien dabei die Begleitumstände, aber auch die materielle Situation. Männer würden eher zu riskantem Verhalten tendieren, erläuterte die Ärztin. Da Frauen im allgemeinen gesundheitsbewusst leben und einen Schutz durch ihre Hormone haben, ist ihre Lebenserwartung höher, doch die Männer nähern sich allmählich an, so die Referentin. In der Diskussion brachten die Zuhörerinnen eigene Erfahrungen und Meinungen zum Thema Gesundheit ein und Dr. Rapp-Engels antwortete auf die speziellen Fragen.  Weitere Informationen auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.frauenportal.de

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