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Imker wollen Oasen gegen „grüne Wüste“

Bienen brauchen Blütenpracht

Wer im Frühjahr und Sommer Bienen Blüten bieten möchte, der muss jetzt schon eine entsprechende Einsaat planen. Das sagt Imker Werner Konert. Eine bloß grüne Landschaft, das bedeute für Bienen und Co nichts anderes als eine "grüne Wüste".

STADTLOHN

, 15.01.2016
Imker wollen Oasen gegen „grüne Wüste“

Der Imker Werner Konert aus Stadlohn kennt sich aus mit Bienen.

"Blühstreifen" statt "Grünstreifen" seien der Schlüssel, um dem Rückgang von Honigbienen entgegen zu wirken, die immer weniger Nahrung finden. "Blütenvielfalt fördert die Artenvielfalt in unserer heimischen Tierwelt", sagt Imker Konert, der auch zweiter Vorsitzender des Imkervereins Ahaus und Umgebung ist.

Bienenmangel

In Europa gibt es laut einer britischen Studie einen dramatischen Mangel an Honig-Bienen, berichtete die Deutsche Presseagentur (dpa). Die von der Universität Reading kalkuliert den bestehenden Mangel auf sieben Milliarden Bienen. In mehr als der Hälfte der 41 untersuchten Länder gebe es nicht ausreichend viele Bienen, um die Pflanzungen "korrekt zu bestäuben", halten die Forscher fest, dies gelte insbesondere für Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien, heißt es bei dpa weiter.

Eine grüne Wiese ohne Blüten böten Bienen und anderen Bestäubern nicht ausreichend Nahrung vom Frühling bis zum Herbst, weiß auch Bienenexperte Konert.

Grund dafür sei die "strukturbedingten Veränderungen landwirtschaftlicher Betriebsweisen", so Konert. Damit zielt der Experte vor allem auf die Monokulturen durch Maisbepflanzung an, die in erster Linie für die Biogasanlagen benötigt werden. Dass Landwirte vor allem ökonomisch handelten, dafür hat der Imker vollstes Verständnis. "Wir wollen niemanden an den Pranger stellen, im Gegenteil. Wir wollen Anstöße geben und auf Möglichkeiten hinweisen, um die drohenden Verarmung unserer Kulturlandschaft durch gezielte Maßnahmen zu entschärfen", sagt Konert.

Futterquellen schaffen

Dazu zählt der Experte für Bienenzucht beispielsweise Projekte wie blühende Ackerrandstreifen, Zwischensaaten in Maisfeldern oder brachliegenden Wegrändern. In Betracht zieht der Imker auch kommunale Grünflächen wie Parkanlagen, Rasenflächen aber auch Flächen wie Verkehrsinseln oder Randbegrünung. Insbesondere dort könnte blühendes Strauchwerk als Nahrungs- und Futterquelle dienen. In den vergangenen zwei Jahren hat die Stadt Stadtlohn bereits Blühstreifen im Innenstadtgebiet eingerichtet und dafür 5000 Euro investiert. Dazu muss zunächst ein Saatbeet mit neuen Mutterboden eingerichtet werden, bevor mit der Aussaat von ein- und überjährigen Kräutern begonnen werden kann.

 

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