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Katze stirbt nach Bauchschuss

Polizei ermittelt wegen Tierquälerei

Mitzy war neu auf dem idyllischen Hof von Annemarie von Eynern und Dr. Norbert Sass in Wendfeld. Abgemagert und zerzaust war das junge Kätzchen vor einigen Wochen zugelaufen. Nach medizinischer Behandlung und bei gutem Futter kam es langsam wieder zu Kräften und freundete sich sogar mit den Hühnern an. Am Dienstagmorgen lag Mitzy tot im Stall, verendet nach einem Bauchschuss.

STADTLOHN

, 19.10.2016

Annemarie von Eynern ist erschüttert, dass so etwas passieren kann, dass Menschen einem Tier so wenig Wert beimessen. "Tiere sind doch keine Sache. Wie kann man ein lebendiges Wesen nur so behandeln?"

Die herbeigerufenen Polizeibeamten, so sagt die Katzenbesitzerin, hätten zunächst in Erwägung gezogen, ob die Katze nicht legal von einem Jäger abgeschossen worden sei. Das sei ja schließlich erlaubt, wenn die sich mehr als 200 Meter von einem bewohnten Gebäude entfernt befindet. Annemarie von Eynern aber hatte schon zuvor vom Ordnungsamt erfahren, dass diese Regelung nicht mehr gilt. Seit 2015 verbietet das Landesjagdgesetz den Abschuss von Katzen grundsätzlich.

"Klare Gesetzeslage"

Auf Nachfrage bestätigte gestern Polizeisprecher Frank Rentmeister diesen Sachverhalt. "Die Polizeibeamte waren sich zunächst nicht ganz sicher über die genauen gesetzlichen Bestimmungen. Aber die Rechtslage ist ganz klar: Katzen dürfen nicht abgeschossen werden." Die Beamten hätten darum auch eine Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen. Kommt es häufiger vor, dass Katzen abgeschossen werden? "Nicht oft, aber immer wieder mal", sagt Frank Rentmeister."

Annemarie von Eynern hat einen Verdacht: "Ich gehe fest davon aus, dass es sich um einen Jäger gehandelt hat." Schließlich hätten sich die Jäger auch heftig gegen das gesetzliche Abschussverbot gewehrt. Im Jagdjahr 2014/2015 - also vor dem dem Inkrafttreten des neuen Jagdgesetzes - schossen die Jäger im gesamten Kreis Borken nach Auskunft der Unteren Jagdbehörde völlig legal 1400 streunende Katzen ab.

Den Pauschalverdacht im Fall Mitzy findet der Stadtlohner Hegeringsleiter Ulrich Behmenburg aber voreilig: "Jeder Jäger weiß, dass das jetzt verboten ist. Und wer es dennoch tut, der findet in der Jägerschaft keinen Rückhalt. Es besteht in dieser Frage Konsens unter den Jägern: Das Jagdgesetz ist einzuhalten." Behmenburg verweist auf zahlreiche Fortbildungen und Vorträge in der Jägerschaft zum neuen Landesjagdgesetz. Er könne auch den Schmerz jeden Tierbesitzers nachfühlen, dessen Hund oder Katze abgeschossen würde.

"Streunen verboten"

Andererseits verweist er auch auf die Verantwortung der Tierhalter: Im Jagdgesetz stehe schließlich auch, dass Hunde und Katzen nicht unbeaufsichtigt umherstreunen dürfen. Hilfreich wäre es auch, wenn Katzen gechipt oder mit einem Halsband kenntlich gemacht würden, damit der jeweilige Besitzer ausfindig gemacht werden könne. In seinem Revier in Hundewick gebe es im übrigen kein Problem mit massenhaft streunenden Katzen. "Im Randgebiet zur Stadt sieht das aber anders aus." Behmenburg betont aber noch einmal: "Wir Jäger schießen die Katzen nicht mehr ab."

Um ihre Jack-Russel-Terrier und Briard-Hunde macht sich Annemarie von Eynern keine Sorge. Sie hat viele Jahre in den USA als Hundetrainerin gearbeitet und ist sich sicher: "Die Vier verlassen den Hof nicht." Aber Katze Mitzy wird keine Nachfolgerin haben. "Die wird mir ja doch wieder abgeknallt."

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