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Kindergarten ohne Wände

Jeden Tag im Wald

Die neue Waldgruppe des Wenningfelder St.-Marien-Kindergartens ist am Mittwoch eingeweiht worden. Rund um den Bauwagen im Wäldchen im Bockwinkel ist jetzt jeden Tag eine Menge los. Wir haben die Eröffnungsfeier besucht und mit den Kindern und Eltern gesprochen.

STADTLOHN

, 26.10.2016

Mathis, Hennes und Maximilian haben jetzt keine Zeit, Reporterfragen zu beantworten. Die fünfjährigen Knirpse haben alle Hände voll damit zu tun, mit ihren Schüppen und einer Walze den Waldweg zu planieren. Und die Feierstunde hat bereits genug Zeit gekostet. Aber soviel verrät Maximilian doch: "Unsere Baustelle ist das Beste am Waldkindergarten."

Wortgottesdienst zur Einweihung

Mit einem Wortgottesdienst und einer Feierstunde ist gestern die neue Waldgruppe des Wenningfelder St.-Marien-Kindergartens eingeweiht worden. Pfarrer Jürgen Lürwer segnete den Bauwagen und das Wäldchen im Bockwinkel, das zehn Kindergartenkinder bereits im August als „Kita ohne Wände“ bezogen haben. Hier warten jeden Morgen neue Abenteuer auf die drei- bis sechsjährigen Waldkinder – im Sommer wie im Winter, bei Sonne, Regen und Schnee. „Die Idee für die Waldgruppe haben in den letzten zwei Jahren entwickelt“, berichtet Kindergartenleiterin Astrid Hanke. Anlass sei die große Nachfrage nach Kita-Plätzen gewesen. Eine Erweiterung des Kindgartens kam nicht in Frage. „Da haben wir neue Wege gewagt“, sagt Astrid Hanke.

Weil Waldtage bei den Kindern des Marienkindergartens immer schon gut ankamen, orientierte sich das Erzieherteam an den Erfahrungen des Waldkindergartens in Heiden, der das pädagogische Konzept bereits seit 15 Jahren verfolgt. Und die Idee fand viele Unterstützer: den Pfarrer, die Zentralrendantur und Eltern, die das Waldgrundstück bereitstellten. Nach den ersten zwölf Wochen Waldpädagogik sind Kinder, Eltern und Erzieherinnen begeistert. „Manche Kinder blühen richtig auf“, sagt Astrid Hanke. Schließlich biete der Wald alles, was das Kinderherz begehre. „Die ersten acht Wochen haben wir sogar ohne Bauwagen überstanden“, berichtet die Waldgruppenleiterin Christel Luschnat-Föcking. „Die Kinder fanden das sogar richtig toll, bei Regen mit der Gitarre unter dem Zeltdach zu sitzen und zu singen.“

Hennes hat sich selbst angemeldet

Doris Leuker kann das nur bestätigen: „Seit August geht Mathis viel lieber in den Kindergarten – und er kommt immer begeistert nach Hause.“ Jochen und Sabine Wensing haben ähnliche Erfahrungen gemacht. „Unser Hennes hat sich selber angemeldet, als er im Marienkindergarten von der Waldgruppe hörte.“ Seine Mutter hatte anfangs Bedenken. Was ist, wenn es zu nass und kalt wird? Wie sieht die Vorbereitung auf die Schule aus? Die Bedenken sind längst Vergangenheit. „Jetzt bin ich begeistert“, sagt Sabine Wensing.

Das Gemeinschaftsgefühl im Wald, die vielfältigen Anregungen für Phantasie und Kreativität – „Hennes wird mit Sicherheit fit für die Schule sein“, ist sich seine Mutter sicher. Und noch etwas: „Seit Hennes immer an der frischen Luft ist, ist er nicht mehr erkältet“ sagt Sabine Wensing – und will angesichts des bevorstehenden Winters schnell auf Holz klopfen. Aber davon gibt es im Wäldchen ja genug.  

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