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Mitfahrerbank in Stadtlohn 13 Monate auf die lange Bank geschoben

Mitfahrerbank

Vor mehr als einem Jahr hat der Bauausschuss beschlossen, in Stadtlohn und Büren Mitfahrerbänke aufzustellen. Es passiert aber nicht, klagt die FDP. Was sagt die Stadtverwaltung dazu?

Stadtlohn

, 10.07.2018
Mitfahrerbank in Stadtlohn 13 Monate auf die lange Bank geschoben

Am Kriegerehrenmal in Büren gibt es schon eine Sitzgelegenheit. Mitnahmewillige Autofahrer halten hier aber nicht, weil noch das Schild fehlt, das die Bank als Mitfahrerbank ausweist.(2) Gehring © Markus Gehring

Einfach hinsetzen und warten, bis Sie jemand zu Ihrem Ziel mitnimmt.“ Das ist die Idee der Mitfahrerbank. Diese Empfehlung wird auf dem Schild der Mitfahrerbank stehen, das steht schon fest. Doch selbst nach mehr als einem Jahr wartet die FDP immer noch auf die Umsetzung ihrer Idee, von der sie bereits im Herbst 2016 die Mehrheit des Bauausschusses überzeugen konnte.

Zwei Standorte ausgewählt

Der Ausschuss beschloss dann im Frühjahr 2017, zwischen Büren und der Stadtlohner Innenstadt das neue Mobilitätskonzept der Mitfahrerbänke zu testen: Am Kriegerehrenmal in Büren sowie am Parkplatz Burgstraße/ Mühlenstraße sollen Sitzbänke aufgestellt und mit einem speziellen Schild gekennzeichnet werden. Dort können Menschen warten, die – quasi per Anhalter – von anderen Autofahrern in die Innenstadt oder nach Büren mitgenommen werden möchten.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernd Schöning kann es nicht fassen: Auch mehr als 13 Monate nach Beschlussfassung sind die Mitfahrerbänke immer noch nicht aufgestellt. „Die Stadtverwaltung hat es bis heute nicht hinbekommen, eine einfache Sitzbank im Bereich des Fußgängerüberwegs an der Burgstraße aufzustellen. Ich fühle mich ein wenig auf den Arm genommen“, erklärte Schöning am Dienstag im Gespräch mit der Münsterland Zeitung.

Seit einem Jahr stellt die FDP regelmäßig Anfragen, wann der Beschluss der Ausschusses von der Stadtverwaltung denn endlich umgesetzt wird. Im Januar 2018 erklärte Bürgermeister Helmut Könning im Sozialausschuss, „dass die Abschlussarbeiten für die Mitfahrerbank kurz vor dem Ende stehen“. Bei den Haushalsplanberatungen im Februar erklärte die Verwaltung: „Die Bank wird im Frühjahr errichtet.“ Jetzt ist Sommer, und an der Burgstraße steht immer noch keine Mitfahrerbank.

Viel Arbeit in der Fachabteilung

Warum dauert das so lange? Günter Wewers, Sprecher der Stadt Stadtlohn, nennt einen nicht planbaren hohen Arbeitsanfall in der zuständigen Abteilung als Grund: Gefahrenabwehr und Schadensfälle nach dem Sturmtief Friederike, zahlreiche Einsätze wegen des Eichenprozessionsspinner-Befalls und zahlreiche Bürgeranfragen zu anderen Themen. Bernd Schöning hegt einen anderen Verdacht. Das kurzfristige Aufstellen von zwei Sitzbänken am Markt zur offiziellen Eröffnung der Innenstadt im Mai sei offensichtlich kein Problem gewesen. Er vermutet, dass die Mitfahrerbank nicht von der „richtigen“ Mehrheit beschlossen worden sei. Die CDU als stärkste Fraktion hatte sich von Anfang an skeptisch zur Idee geäußert, war aber überstimmt worden. Schöning: „Ich habe das Gefühl, dass die FDP mit ihrem Anliegen von der Verwaltung nicht ganz ernst genommen wird.“ Er wisse natürlich, dass die Mitfahrerbank eine Marginalie“ sei. Andererseits, so Bernd Schöning weiter: „Der Mehrheitsbeschluss des Ausschusses ist für die Verwaltung bindend. Ich hoffe jetzt, dass er in Kürze umgesetzt werden wird.“ Ein genaues Datum kann der Erste Beigeordnete Günter Wewers noch nicht nennen: „Die Schilder sind bestellt. Wenn sie fertig sind, dann geht alles ganz schnell.“

Als erste Gemeinde in der Region hat Legden vor einem Jahr die Idee der Mitfahrerbank umgesetzt. Im Eifelstädtchen Speicher gibt es das Projekt bereits länger. Mit Erfolg, wie Dr. Albert Daniels (FDP) im Oktober 2016 betonte, als er anregte, die Idee für Stadtlohlohn zu übernehmen. Nach Presseberichten werden die Mitfahrerbänke in Speicher von Jung und Alt gut genutzt. „Ich warte meisten so zehn Minuten, bis jemand anhält und mich mitnimmt“, wird darin eine junge Mutter aus der rheinland-pfälzischen Gemeinde Speicher zitiert. Dr. Albert Daniels erklärte bei der Ideenvorstellung 2016, dass die Stadtlohner FDP tendenziell an die ältere Generation, denke, die oft nicht so mobil sei.
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