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Rechnung für Hochzeitsfeier nicht bezahlt – Geldstrafe

Stadtlohnerin wegen Betrugs zu Geldstrafe verurteilt

Das Hochzeitsfest im Dezember 2015 in einer Stadtlohner Gaststätte muss fröhlich gewesen sein. Auf über 4000 Euro belief sich die Rechnung. Bezahlt wurde sie nicht. Und auch geheiratet wurde nicht. Das Amtsgericht verurteilte die 26-Jährige wegen Betrugs zu einer Geldstrafe.

Stadtlohn

, 11.06.2018
Rechnung für Hochzeitsfeier nicht bezahlt – Geldstrafe

© picture alliance / dpa

Gefeiert wurde im Dezember 2015 in Stadtlohn. Tatsächlich geheiratet hat das Paar dann aber doch nicht. Und die Gaststättenrechnung ist bis heute nicht bezahlt. Wegen Betruges musste sich am Montag die 26-jährige „Braut“ vor dem Amtsgericht in Ahaus verantworten. Außerdem warf ihr die Staatsanwaltschaft einen weiteren Betrug vor: Die 26-Jährige aus Borken soll eine Bekannte aus Stadtlohn in sechs verschiedenen Fällen um über 1750 Euro betrogen haben.

Das Fest in der Stadtlohner Gaststätte sei ein Vorfest nach albanischer Sitte gewesen, erklärte die Angeklagte, die selbst eine Deutsche ist. Ihr albanischer Verlobter habe sich um die Gaststättenrechnung kümmern wollen, sie selbst habe die Musik, ihr Kleid und den Hochzeitsanzug ihres Verlobten bezahlt.

„Ich war blind und dumm“

Nach dem Fest, so erklärte die Angeklagte, habe sie aber gemerkt, dass ihr Verlobter sie nur wegen der Aufenthaltsgenehmigung habe heiraten wollen. Das sei für sie aber nicht akzeptabel gewesen. Der jetzige Aufenthaltsort ihres Ex-Verlobten ist weder ihr noch den Behörden bekannt. Sie sah ein, dass sie völlig mittellos das große Fest gar nicht hätte ausrichten dürfen: „Ich war blind und dumm.“ Unter Tränen entschuldigte sie sich bei der Geschäftsführerin der Gaststätte, die bis heute auf ihr Geld wartet.

Ihr Verlobter war nach Darstellung der Angeklagten auch der Drahtzieher im zweiten Betrugsfall. Gemeinsam spielten die beiden der Freundin des Bruders des Verlobten vor, dass dem eine Abschiebung drohe. Für Anwaltskosten, Visumgebühren und fehlende Papiere baten sie die schwangere Freundin des Bruders immer wieder um Geld – insgesamt um mehr als 1750 Euro. Tatsächlich war der Bruder aber nicht von Abschiebung bedroht. Und die Kosten waren gar nicht angefallen.

„Unter Druck gehandelt“

Die Angeklagte behauptete, sie sei von ihrem Verlobten unter Druck gesetzt worden. „Ich habe wirklich nichts gemacht. Ich bin nicht so. Er ist aber gewalttätig geworden. Darum habe ich das Geld abgeholt.“ Die Betrogene sagte indes aus, dass sie die Angeklagte für die Drahtzieherin halte: „Die hat uns alle manipuliert und verarscht.“

Die Richterin sah beim zweiten Tatvorwurf zumindest die Beihilfe zum Betrug als erwiesen an. „Auch wenn Sie selbst unter Druck gesetzt worden sein sollten, dann dürfen Sie nicht einfach andere Menschen betrügen. Sie hätten die Polizei um Hilfe bitten müssen“, so die Richterin. Ihr Gesamturteil für beide Fälle: 1200 Euro Geldstrafe (80 Tagessätze à 15 Euro). Außerdem muss die Angeklagte die Gaststättenrechnung begleichen und den Schaden bei ihrer betrogenen Bekannten wiedergutmachen. Das kann allerdings vorerst nur in kleinsten Raten geschehen. Die junge Mutter lebt von Hartz IV.

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