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Trio Slavko Osterc improvisiert wie im Rausch

Summerwinds-Festival

STADTLOHN Das Trio Slavko Osterc mit Dejan Prešicek (Saxophon), Liza Hawlina-Prešicek (Querflöte) und Jan Sever (Klavier) kam extra aus Ljubljana/Slowenien eingeflogen, um in der münsterlandweiten Konzertreihe „Summerwinds“ der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (GWK) aufzutreten.

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 02.08.2010
Trio Slavko Osterc improvisiert wie im Rausch

Dejan Presicek (Saxophon), Liza Hawlina-Presicek (Querflöte) und Jan Sever (Klavier) haben das Publikum in Stadtlohn mit einem Konzertprogramm beeindruckt, das auch zeitgenössische Kompositionen enthielt.

Spielort war die Konzertaula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die schon für viele außergewöhnliche Konzerte von hochqualifizierten jungen Musikern den passenden akustischen Rahmen geboten hat. Wortreich stellte Prešicek nicht nur die ungewöhnliche Ensembleformation vor, sondern auch das Programm. „Nachmittag eines Fauns“ hatten sie das Konzert überschrieben nach dem Titel eines Präludiums von Claude Debussy, das zusammen mit Werken weiterer französischer Komponisten Charles Koechlin und Francis Poulenc in der zweiten Konzerthälfte intoniert wurde.

Eine absolute Überraschung: die Musik zeitgenössischer, slowenischer Komponisten. Peter Savli (geboren 1961) komponierte „Zeppelin“ und Slavko Suklar (Jahrgang 1952) „Stamps“ für alle drei Instrumente. Blaz Pucihar (geboren 1977) schuf nur für Flöte und Klavier die Komposition „4 little movements“. Alle Stücke waren im Auftrag des Trios entstanden, das sich nach dem 1941 verstorbenen slowenischen Komponisten und Hochschullehrer Slavko Osterc benannt hat. Savli orientierte sich nur an den Klangfarben der Instrumente ohne ein durchgehendes Thema, während Pucihar seinem Werk leichte jazzige Tendenzen als besonderes Charakteristikum hineinschrieb. Suklars Komposition sprühte nur partiell lautes, dynamisches Temperament. In den Dialog der Bläser mischte sich höchst eigenständig und effektvoll akzentuiert das Klavier ein.

Dramatik, Spannung und Tempo flammten immer wieder von Neuem auf bis zum jubilierenden Schluss. Gerade da erwachte das Publikum erst nach Sekunden aus dem Rausch der Interpretation und bedankte sich einmal mehr mit langanhaltendem Applaus. „Es war immer schon unser Anliegen, die slowenischen Komponisten zu spielen“, bekannte sich Prešicek mit seinem Trio als Botschafter seines Landes, in dem das Saxophon als klassisches Instrument beliebter ist als anderswo. Die sympathischen Musiker, die in Frankreich und Deutschland studiert haben, tragen heute selbst ein großes Stück dazu bei. Begeistert mochte das Publikum das Trio nach rund zwei Stunden und einer Zugabe ungern gehen lassen.

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