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Wahlaustralier zu Besuch in der alten Heimat

Auswanderer

STADTLOHN Der Weg zum Glück nimmt häufig ungerade Wege - und manchmal auch sehr weite: Nora Tenbrock hätte wohl nicht gedacht, dass sie einmal in Australien Wurzeln schlagen würde. Und dass sie ihre berufliche Erfüllung im Umgang mit Tieren finden sollte.

von Von Thorsten Ohm

, 05.08.2010
Wahlaustralier zu Besuch in der alten Heimat

<p>Guido Preckel und Nora Tenbrock führte ihr Weg zunächst nach Neuseeland, danach nach Australien. <p></p></p>

Genau das aber ist der gebürtigen Stadtlohnerin widerfahren. Gemeinsam mit ihrem Freund Guido Preckel wagte die 30-Jährige vor mittlerweile fünf Jahren den Sprung auf die Südhalbkugel. Bereut hat sie es nicht: "Wir fühlen uns sehr wohl."

Kennengelernt hatten sich die beiden ein Jahr zuvor. Damals stand Nora Tenbrock kurz vor dem Abschluss ihres Studiums: Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Tourismus. Guido Preckel, ebenfalls aus Stadtlohn, konnte da schon auf erste berufliche Erfahrungen im Ausland blicken: Der heute 41-jährige Tischlermeister war gerade nach einem zweijährigen Aufenthalt aus den Vereinigten Staaten zurück gekehrt. Zunächst nach Neuseeland Für ihn stand fest: Die beruflichen Chancen sind außerhalb Deutschlands für ihn besser. Der Zufall wollte es, dass er bei der Jobsuche eine Möglichkeit in Neuseeland fand. Nora Tenbrock beschloss: "Ich gehe mit." Nachdem sie ihre Diplomarbeit geschafft hatte, ging es auch für die junge Stadtlohnerin Richtung Süden. Aller Anfang ist schwer: Frisch von der Uni kommend, ging es für Nora Tenbrock in Neuseeland zunächst auf Jobsuche. Sie fand eine Anstellung in einem Büro, später in einem Informationszentrum für Touristen in Napier, wo das Paar seine Zelte aufgeschlagen hatte. Was für Nora Tenbrock damals zunächst nur eine Freizeitbeschäftigung war, sollte sich als Schritt hin zu ihrer heutigen beruflichen Bestimmung erweisen: Sie engagierte sich als freiwillige Helferin in einem kleinen örtlichen Zoo. Eine Bekannte arbeitete dort, und Nora Tenbrock hatte sie eigentlich nur einmal zwischen Seelöwen, Pinguinen und Meeres-Vögeln besuchen wollen.

Im Zoo gearbeitet Zehn Monate arbeitete die Stadtlohnerin dort freiwillig mit, kümmerte sich um die im Zoo lebenden Tiere ebenso wie um die Insassen der Pflegestation für verletzte Seevögel und Pinguine: "Es war fantastisch, wenn ein gesund gepflegtes Tier wieder in die Freiheit entlassen werden konnte." Nora Tenbrock packte die Gelegenheit beim Schopfe, als sie sich bot: Eine fest angestellte Mitarbeiterin wollte ins Ausland gehen - sie hatte eine Arbeit ausgerechnet in Winterswijk angenommen. So konnte Nora Tenbrock ihre Stelle bekommen. Ihr Freund Guido hatte unterdessen als gefragter Tischler im Ladenbau gearbeitet.Von Neuseeland nach Australien Nach vier Jahren in Neuseeland spürten beide, dass es Zeit war, weiter zu gehen. Zum einen lief das Visum ab, zum anderen war die Bezahlung in der Nachbarschaft besser: Das Ziel lautete jetzt Australien. Dort leben sie heute in einem ruhigen Stadtteil in Sidney - "eine traumhafte Stadt", sagt Nora Tenbrock. Schon von Neuseeland aus hatte sie sich für eine Stelle im Taronga-Zoo beworben, in dem sie heute arbeitet, und auch Guido Preckels Kenntnisse als Tischler sind in seinem neuen Job überaus gefragt. Sie halten rege Kontakt in die Heimat, reisen alle zwei Jahre an - und sind sich sicher, ihren Platz gefunden zu haben - auch wenn er nicht im Nachbarort liegt, sondern auf der anderen Seite des Globus.

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