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Stahlriese ArcelorMittal kürzt Produktion

Luxemburg (dpa) Die globale Wirtschaftskrise zwingt den weltgrößten Stahlhersteller ArcelorMittal zu einer Kürzung seiner Produktion um 35 Prozent. Dieser Schritt sei nötig, «um Nachfrage und Angebot wieder ins Gleichgewicht zu bekommen», sagte Konzernchef Lakshmi Mittal am Mittwoch in Luxemburg.

Stahlriese ArcelorMittal kürzt Produktion

Der Stahlmarkt habe sich in den vergangenen vier Wochen dramatisch verändert, sagte ArcelorMittal-Chef Lakshmi Mittal.

Die Kürzungen, die neun Millionen Tonnen weniger Stahl im vierten Quartal bedeuten, sollten bis Anfang 2009 beibehalten werden. Von vorübergehenden Stilllegungen und Kurzarbeit sei Europa «ein bisschen weniger», Amerika, Afrika und Asien «ein bisschen mehr betroffen». Bislang war der Stahlkocher von einer Produktionskürzung von konzernweit 15 Prozent ausgegangen.

Wegen der nachlassenden Nachfrage nahm der Stahlriese seine Gewinnerwartung für 2008 zurück. Mit gut 24 Milliarden Dollar werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fast zwei Milliarden unter der bisherigen Prognose liegen. Für das dritte Quartal wies das Unternehmen aber noch Rekordzahlen aus: Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar, der Umsatz um 38 Prozent auf 35,2 Milliarden Dollar. Das EBITDA stieg um 76 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal werde es bei 2,5 bis 3,0 Milliarden Dollar liegen.

Neben der Produktionskürzung kündigte ArcelorMittal ein verschärftes Sparprogramm an: Bis Ende 2009 sollten statt wie bisher geplant 4 nun 5 Milliarden Dollar eingespart werden. Entlassungen seien aber nicht geplant. Gleichzeitig würden alle Projekte für das vierte Quartal auf Eis gelegt. «Wir verschieben alle Investitionen auf 2009», sagte Finanzchef Aditya Mittal. Zudem soll die Nettoverschuldung von bisher 32,5 Milliarden Dollar bis Ende 2009 um 10 Milliarden Dollar verringert werden.

«Der Markt hat sich in den vergangenen vier Wochen dramatisch verändert», sagte Lakshmi Mittal. Die «abrupte Finanzkrise» habe «wirklich jeden getroffen». Eine Besserung der «derzeitigen Marktumstände» werde für die erste Jahreshälfte 2009 erwartet. Der Stahlkocher sei optimistisch, aus der Krise gestärkt herauszugehen.

«Wir sind zuversichtlich hinsichtlich der mittelfristigen Wachstumsaussichten der Stahlindustrie», sagte Mittal. Aber es sei angebracht, «in unserer Wachstumsstrategie eine Pause einzulegen, bis wir eine klarere wirtschaftliche Perspektive haben». Der Wachstumsplan werde «angepasst»: Er sah bisher Ausgaben von 35 Milliarden Dollar bis 2015 vor, um die Stahlproduktion von 110 auf 130 Millionen Tonnen jährlich zu heben. ArcelorMittal beschäftigt rund 326 000 Menschen in mehr als 60 Ländern.

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