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Stamp vergleicht Erdogan-Wähler mit AfD-Anhängern

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Joachim Stamp hat das Wahlverhalten vieler Auslandstürken in Deutschland mit dem von AfD-Wählern verglichen, „die ebenfalls auf autoritären Populismus hereinfallen“. Der Jubel über die Wiederwahl des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan sei für ihn befremdlich, sagte der FDP-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). Bei der Integrationspolitik der vergangenen Jahrzehnte sei die „Wertevermittlung offenkundig zu kurz gekommen“: Erdogans Politikführung entfalte „offenbar mehr Anziehungskraft als die Werte des Rechtsstaats“. Seine Landesregierung werde dem mit einer „erheblich verbindlicheren Integrationspolitik begegnen“ und die Vermittlung von Werten mehr in den Mittelpunkt rücken, sagte Stamp.

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Köln

, 26.06.2018
Stamp vergleicht Erdogan-Wähler mit AfD-Anhängern

Joachim Stamp. Foto: Oliver Berg/Archiv

Erdogan hatte die Präsidentenwahl am Sonntag in der ersten Runde gewonnen, das von seiner AKP geführte Parteienbündnis zudem die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung geholt. Knapp zwei Drittel der in Deutschland abgegebenen Stimmen von Auslandstürken entfielen auf Erdogan - deutlich mehr als in der Türkei. In Deutschland gingen Tausende auf die Straße und feierten das Wahlergebnis mit Autokorsos, Erdogan-Fahnen und Feuerwerkskörpern. Dies löste eine neue Integrationsdebatte aus.

In Nordrhein-Westfalen, wo Stamp auch stellvertretender Ministerpräsident ist, konnte Erdogan auf besonders viele Stimmen zählen. Von den 13 Wahllokalen in Deutschland wiesen jene in Essen (76,3 Prozent) und Düsseldorf (70,5 Prozent) laut der regierungsnahen Zeitung „Sabah“ den höchsten Stimmenanteil für Erdogan aus.

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