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Starke Deusener Gemeinschaft

DEUSEN Ein Blick in die Chronik der Deusener Siedlergemeinschaft zeigt, dass von den Anfängen bis jetzt eine Gemeinschaft heran gereift ist, die zusammensteht.

von Von Johanna Behrendt

, 18.08.2008
Starke Deusener Gemeinschaft

Auch Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer (Mitte) überzeugte sich beim Blick in die Chronik, dass die Siedlergemeinschaft Deusen einiges bewegt hat.

Die Weltwirtschaftskrise erreichte 1932 ihren Höhepunkt: 33,4 Prozent Arbeitslose verzeichnete Dortmund Ende März. Die Menschen hungerten, da das Geld von der Wohlfahrt abzüglich der hohen Mieten kaum noch zum Überleben reicht.

Aus diesem Grund errichteten viele Erwerbslose unter dem Motto „Arbeitslose helfen Arbeitslosen“ einfache Häuser mit Stall auf bis zu 800qm großen Grundstücken – ausgestattet mit Reichsdarlehen. Aus den Wohlfahrtsempfängern wurden so Selbstversorger. Nach hitzigen Diskussionen gaben auch die Gemeindevertreter in Dortmund ihr Einverständnis für ein derartiges Projekt: Dortmunds erste und einzige große Stadtrandsiedlung entstand 1933 in Deusen. Etwa 4000 Bewerber meldeten sich für das Siedlungsprojekt. Verlangt wurden Kenntnisse in Gartenpflege und Kleintierhaltung, bevorzugt wurden kinderreiche Handwerker. Die 234 ausgewählten Familien mussten jedoch hart für ihren Traum arbeiten, konnten als Belohnung allerdings nach nur einem Jahr Bauzeit ihre Häuser beziehen. Seitdem sollte Deusen mehrere Male schon von der Stadtkarte verschwinden. 1969 wurde vorgeschlagen, „die Wohnbevölkerung nach und nach auszusiedeln und das Gebiet einer gewerblichen und industriellen Nutzung zuzuführen“. In den 70er Jahren bedrohten eine geplante Hafenerweiterung und Ausdehnung der Huckarder Mülldeponie die Siedlung. 1985 konnten sich die Bürger aus Deusen und Huckarde erneut erfolgreich gegen eine Entscheidung durchsetzen, als die Stadt kontaminierte Erde auf der Deponie ablagern wollte. Dank des Einsatzes der Interessengemeinschaft wurde die Müllkippe sieben Jahre später geschlossen.

Aus den ehemaligen Wohlfahrtsempfängern wurden im Laufe der Zeit solvente Hausbesitzer, deren einstige Siedlung inmitten von Lärm, Gestank und Dreck sich nach und nach in eine grüne Insel verwandelte. Auch heute noch ist sich die SG Deusen bei Dingen wie der Verbreiterung des Dortmund-Ems-Kanals oder auch dem Bau eines Bürgerhauses oft nicht einig mit der Stadt, sondern versucht, die Interessen der Deusener durchzusetzen.

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