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Hintergründe zum ADAC-Staureport

Steht Deutschland vor einem Verkehrsinfakt?

MÜNCHEN Fast eine Million Kilometer Stau im vergangenen Jahr – ein neuer Rekord. Der Transit- und Individualverkehr würden weiter zunehmen, so ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Die Folge: Das deutsche Autobahnnetz stößt an seine Grenzen und bei der Beseitigung von Engpässen besteht erheblicher Handlungsbedarf. Fragen und Antworten.

Steht Deutschland vor einem Verkehrsinfakt?

Im vergangenen Jahr hat die Gesamtzahl und -länge an Staus in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr zugenommen.

Wie sieht die Staubilanz in Einzelnen aus?

2014 gab es auf deutschen Autobahnen 475 000 Staus mit einer Länge von insgesamt 960 000 Kilometern. Zum Vergleich: 2013 waren es 415 00 Staus mit 830 000 Kilometern Gesamtlänge. Insgesamt summierten sich die gemeldeten Staus auf eine Dauer von 285 000 Stunden. Das entspricht umgerechnet mehr als 32 Jahren.

Welche Bundesländer haben die größten Stauprobleme?

Die meisten Staukilometer wurden in Nordrhein-Westfalen (30 Prozent der gesamten Staulänge) gezählt. Bayern kam auf 19 Prozent und Baden-Württemberg auf 14 Prozent. Der Osten hat deutlich geringere Probleme als der Westen. Auf die fünf ostdeutschen Bundesländer entfielen gerade einmal sechs Prozent der Staukilometer.

Auf welchen Strecken gibt es die meisten Staus?

Klarer Spitzenreiter ist die Autobahn 8, Stuttgart-Karlsruhe, mit im vergangenen Jahr etwa 150 Kilometern Stau je Streckenkilometer. Ebenfalls sehr stauanfällig sind unter anderem die A3 (Oberhausen-Köln), die A1 (Köln –Euskirchen/Dortmund-Köln) und die A9 (Nürnberg/München).  

Worauf führen die ADAC-Experten den neuen Stau-Rekord zurück?

„Ursache für die deutliche Erhöhung ist weniger eine Verschärfung der Verkehrssituation auf den Fernstraßen als vielmehr eine laufend verbesserte und genauere Erfassung der Verkehrslage“, heißt es im neuen Stau-Report. Doch besteht weiter Nachholbedarf bei Ausbau und Sanierung. Laut ADAC sind von den 2200 Kilometern Autobahn, die laut Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen zwischen 2001 und 2015 hätten gebaut werden sollen, bis Ende 2014 nur die Hälfte gebaut worden. Aus dem Bundesverkehrsministerium heißt es dazu, die Staus seien auch die Folge von immer mehr Baustellen: Es gehe also voran. Bevor es besser werde, müsse es manchmal erst schlechter werden.

München/Düsseldorf Nordrhein-Westfalen hat seine ungeliebte Position als Stauland Nr. 1 weiter ausgebaut. Laut ADAC kamen im vergangenen Jahr 33 Prozent aller Staumeldungen auf Deutschlands Autobahnen von den NRW-Streckenabschnitten. Es waren fast 154.000 Staus. Im Jahr zuvor waren es noch 30 Prozent.mehr...

Wird das Netz ausgebaut?

Es soll sowohl saniert als ausgebaut werden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die jährlichen Investitionen in Infrastruktur bis 2017 auf zwölf Milliarden Euro erhöhen. 2015 werden es 10,8 Milliarden Euro sein. Davon steht eine Milliarde für die Sanierung von Autobahnbrücken zur Verfügung. Bis 2018 sollen 4,8 Milliarden Euro zusätzlich für Investitionen bereitstehen – unter anderem aus der geplanten Pkw-Maut und der vorgesehenen Ausweitung der Lkw-Maut.

Wie stark wird der Verkehr in Deutschland in den nächsten Jahren zunehmen?

Bis 2030 wird der Güterverkehr in Deutschland der neuen Verkehrsprognose zufolge um 38 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 steigen. Rechnerisch entspricht das mehr als 38 Millionen vollbeladenen großen Lkw, die von München nach Hamburg fahren. Der vorhergesagte Anstieg beim Personenverkehr fällt mit 12,9 Prozent deutlich geringer aus als bei den Gütern. 

Von Rasmus Buchsteiner

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