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Streit um Abriss - Tanzstudio soll bleiben

Stiftsforum

Trotz des geplanten Abrisses des Stiftsforums 2012 will das Ehepaar Rimek nicht vor 2019 ausziehen. Um nicht vor die Tür gesetzt zu werden, schalteten sie jetzt einen Anwalt ein.

HÖRDE

von Von Christian Stein

, 07.08.2010

Die Betreiber des Tanzstudios "Rimek" im Stiftsforum besitzen einen Mietvertrag, der noch bis 2019 läuft. „Und früher werden wir hier nicht rausgehen“, kündigte Klaus Rimek nach einem Gespräch mit seinem Kölner Anwalt an. Ende 2012 soll am Stiftsforum die Abrissbirne anrücken. In die Quere kommt der Stadt aber die Tanzschule, die einziger Mieter ist, dessen Vertrag über 2012 hinaus läuft. Damit die Mieter nicht so einfach vor die Tür gesetzt werden, bot die Stadt ihre Hilfe an, eine neue Bleibe für die Ansässigen zu finden. Das schlagen Petra und Klaus Rimek aber aus. Die Eheleute bezeichnen das Vorgehen der Stadt als „existenzgefährdend“. „Wir gehen hier seit 16 Jahren unserer Arbeit nach und haben so viel Geld und Liebe in die Tanzschule gesteckt. Das geben wir doch nicht von jetzt auf gleich kampflos auf“, sagte Petra Rimek entschlossen, die sich mit ihrem Mann in dieser Woche mit Mails und Anrufen besorgter Tänzer herumplagen musste.

Zwischen der Tanzschule und der Stadt Dortmund bahnt sich nun ein juristisches Armdrücken an. „Wir hoffen jedoch auf eine außergerichtliche Einigung“, erklärte Michael Meinders. Nach Angaben des Stadtsprechers ist ein „wirtschaftlicher Totalschaden“ Grund für den Abriss. „Wir müssten unglaubliche Summen aufbringen, um das Gebäude zu sanieren“, sagte der Beamte. Heißt im Klartext: Ein Umbau des Stiftsforums würde mehr Geld kosten als der beschlossene Abriss. Doch dieser scheint trotz politischem Beschluss vorerst in weite Ferne zu rücken. Joachim Pohlmann, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, erklärte auf Anfrage, dass die Stadt Dortmund das Stiftsforum nicht abreißen dürfe, solange zwischen den beiden Parteien kein Auflösungsvertrag zustande gekommen ist.

„Die Stadt hat als Vermieter kein Recht, den Eheleuten Rimek das Mietverhältnis zu kündigen. Zwischen beiden Parteien besteht ein privater Mietvertrag, der bis zum Ende einzuhalten ist“, sagte der Jurist. Soll heißen, dass die Tanzschule Rimek bis 2019 nicht vor die Tür gesetzt werden darf. Beschäftigen wollen sich Petra und Klaus Rimek mit dieser Angelegenheit erst einmal nicht. Denn das Ehepaar geht schließlich noch einem schönen Beruf nach. „Wir bringen den Menschen das Tanzen bei. Alles andere liegt nicht in unseren Händen “, so Petra Rimek.