Studie: Fast jeder zweite Club schreibt Verluste

Berlin (dpa) Die Wirtschaftskrise hat auch die Vereine der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga getroffen. Fast die Hälfte aller Clubs hat in der vergangenen Saison Rote Zahlen geschrieben. Zudem beurteilt jeder vierte Manager die aktuelle Situation der deutschen Fußballbranche negativ.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie «Bälle, Tore und Finanzen VII» der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die auf einer Befragung von 34 Erst- und Zweitligaclubs basiert und vorgestellt wurde.

Während 62 Prozent der befragten Manager «leicht negative Auswirkungen» der Krise auf die Bundesliga erwarten, wird die zweite Liga laut Studie relativ stark in Mitleidenschaft gezogen: 91 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich die Wirtschaftskrise negativ auf die finanzielle Situation der Zweitliga-Clubs auswirkt.

«Die Fußballbranche konnte sich der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht ganz entziehen», erklärt Thomas Fuggenthaler, Autor der Studie und Mitglied der Sport-Unit SCORE von Ernst & Young. «Die Auswirkungen halten sich jedoch in Grenzen - vor allem dank der insgesamt soliden Finanzierungsstrukturen und dank des anhaltenden Zuschauerbooms, der hohe Ticketerlöse bescherte», heißt es in der Studie weiter. Im Vergleich zu anderen Sportarten war der Einnahmerückgang im deutschen Profifußball zudem relativ gering.

Allerdings ist der Anteil der Clubs, die Rote Zahlen schreiben, im Vergleich zu 2009 von 35 auf 44 Prozent gestiegen. Der Anteil der Vereine mit hohen Verlusten erhöhte sich dabei von 3 auf 12 Prozent. Laut Studie hat nur jeder dritte Club (33 Prozent) in der abgelaufenen Saison nach eigener Einschätzung Gewinn gemacht - im Vorjahr lag der Anteil noch bei 38 Prozent, 2008 bei 63 Prozent.

24 Prozent der befragten Manager beurteilten die Situation ihrer Branche negativ - im Vorjahr lag der Anteil nur bei neun Prozent. Immerhin 29 Prozent der Befragten bezeichnen die aktuelle Lage aber als gut, weitere 47 Prozent äußern sich eingeschränkt positiv.

Für die am Freitag mit der Partie zwischen dem deutschen Meister Bayern München und dem VfL Wolfsburg beginnende Saison geben die Vereine laut Studie Entwarnung: Die wirtschaftliche Lage im deutschen Profifußball werde sich wieder verbessern. 24 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage des deutschen Profifußballs in der kommenden Saison deutlich verbessern wird, weitere 52 Prozent sehen eine leichte Verbesserung der Situation. Die übrigen Befragten erwarten, dass die Lage unverändert bleibt.

Im vergangenen Jahr hatte keiner der Befragten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erwartet. «Die Branche stellt sich fast geschlossen auf bessere Zeiten ein», analysiert Fuggenthaler.