Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Studie: Gut elf Prozent der Betriebe von Rente mit 63 betroffen

Nürnberg (dpa) Ruhestand mit 63 - und das bei voller Rente. Das ließ selbst so manchen stark gefragten Spezialisten schwach werden. Mehr als eine halbe Million ältere Beschäftigte wollen die Reglung bis 2018 nutzen. Nicht alle Unternehmen sind davon begeistert.

Studie: Gut elf Prozent der Betriebe von Rente mit 63 betroffen

Am stärksten nutzen demnach Mitarbeiter im öffentlichen Dienst die im Vorjahr geschaffene Möglichkeit, schon im Alter von 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen zu können. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Knapp 280 000 Arbeitnehmer haben den Antrag auf Rente mit 63 bereits gestellt - bis Ende 2018 dürfte ihre Zahl nach Prognosen von Arbeitsmarktforschern auf das Doppelte steigen.

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind derzeit 11,4 Prozent der Betriebe von der Neuregelung betroffen. Dort sei bereits mindestens ein Mitarbeiter auf Basis der Neuregelung ausgeschieden. Andere Beschäftigte planten in den kommenden drei Jahren einen vorzeitigen Rückzug aus dem Berufsleben.

Am stärksten nutzen dem IAB zufolge Mitarbeiter im öffentlichen Dienst die im Vorjahr geschaffene Möglichkeit, schon im Alter von 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen. Dort sei fast jede dritte Behörde vom vorzeitigen Ruhestand von Mitarbeitern betroffen. Groß sei die Nachfrage auch in den Belegschaften von Wasserversorgungsbetrieben (28,7 Prozent) und Abfallentsorgern (26,2 Prozent) sowie in der Industrie (rund 26 Prozent).

Eine vergleichsweise geringe Rolle spiele die Regelung dagegen in der Gastronomie, in den Medien sowie im Kunst- und Unterhaltungssektor, berichtete die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Dies seien relativ «junge Branchen», in denen nur relativ wenig Ältere beschäftigt seien. Vor allem im Gastgewerbe hätten sie wegen der belastenden Arbeitsbedingungen kaum Beschäftigungschancen.

Die Hälfte der freiwerdenden Stellen wollten die Unternehmen wieder umgehend neu besetzen. In rund 30 Prozent der Fälle wollen dagegen Chefs die Möglichkeit prüfen, die Stelle mit einer Änderung der Betriebsabläufe oder mit technischen Rationalisierungen dauerhaft einzusparen, gaben sie in der IAB-Umfrage an.

In einem knappen Viertel der Fälle versuchten die Betriebe dagegen, die für die Rente mit 63 infrage kommenden Mitarbeiter mit attraktiven Angeboten zu halten. Manche Unternehmen böten schwer ersetzbaren Spezialisten höhere Löhne, Prämien oder gar Beförderungen. Vor allem hoch qualifizierte Akademiker sollen damit dazu bewogen werden, noch bis 65 dem Betrieb treuzubleiben.

Die am 1. Juli 2014 in Kraft getretene Regelung erlaubt langjährigen Beschäftigen mit 45 Rentenbeitragsjahren, schon mit 63 Jahren ohne Rentenabschläge in Ruhestand zu gehen. Bedeutung hat dies allerdings nur für Beschäftigte der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1963. Zudem erhöht sich der abschlagsfreie Renteneintritt pro Jahrgang schrittweise um zwei Monate. Beschäftigte des Jahrgangs 1955 etwa erhalten die abschlagfreie Rente erst mit 63 Jahren und vier Monaten.

Die IAB-Studie

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Aufbau von Air-Berlin-Transfergesellschaft zieht sich hin

Berlin (dpa) Noch sind die Millionen nicht zusammen, die Tausenden Air-Berlin-Mitarbeitern etwas Luft verschaffen könnten bei der Jobsuche. Die Sorge hat der Vorstandschef persönlich nicht - das bringt ihm Kritik ein.mehr...

Wirtschaft

Arbeitnehmer: "Dramatische Zuspitzung" bei Thyssenkrupp

Bochum (dpa) Angesichts der Pläne für eine mögliche Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata haben Arbeitnehmervertreter bei Thyssenkrupp eine "dramatische Zuspitzung" der Lage beklagt.mehr...

Wirtschaft

Mitarbeiter von Air Berlin protestieren für Zukunft

Berlin (dpa) Bei der insolventen Air Berlin bangen Tausende um ihren Arbeitsplatz, der Ärger richtet sich auch gegen Konzernchef Winkelmann. Wird Fliegen nun für viele Menschen auch teurer? Reisekonzerne erwarten keine steigenden Preise - vorerst zumindest.mehr...

Wirtschaft

Daimler setzt langfristig auf starke Stammbelegschaft

Stuttgart (dpa) Die Autobranche ist im Wandel, Themen wie autonomes Fahren und E-Mobilität verändern den Markt. Der Großkonzern Daimler setzt daher auf andere Strukturen - und beruhigt seine Beschäftigten.mehr...

Wirtschaft

Autoindustrie steigert Gewicht in deutscher Wirtschaft

Wiesbaden/Frankfurt (dpa) Die Automobilindustrie hat ihr Gewicht in der deutschen Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesteigert. Ihr Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung hierzulande lag 2015 bei 4,5 Prozent - im Jahr 2005 waren es noch 3,4 Prozent gewesen.mehr...

Wirtschaft

Anerkennung der Berufskrankheit trotz Vorerkrankung möglich

Darmstadt (dpa/tmn) Sind Arbeitnehmer jahrelang besonderen Belastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt, können Berufskrankheiten auftreten. In bestimmten Fällen werden diese auch dann anerkannt, wenn es Vorerkrankungen gab.mehr...