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Studie: Weltbevölkerung trotz Krisen glücklicher

London (dpa) Trotz aller Krisen werden die Menschen einer Studie zufolge rund um den Globus glücklicher. Das berichtet ein amerikanisch-deutsches Forscherteam über Umfragen aus 25 Jahren in 52 Ländern.

In 45 dieser Länder fühlen sich die Menschen demnach heute glücklicher als Anfang der 1980er Jahre. Der «World Value Survey» weckt damit zum Teil Zweifel an dem Glaubenssatz, dass Geld nicht glücklich macht, wie der britische «New Scientist» (Nr. 2671, S. 12) schreibt. Allerdings wirkt sich zunehmender Wohlstand nur in Ländern mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von weniger als etwa 12 000 US-Dollar (8 200 Euro) positiv aufs Glücksgefühl aus. In reicheren Ländern wie Deutschland (rund 30 000 Euro pro Kopf) nimmt das persönliche Glücksempfinden nicht generell mit wachsendem Wohlstand weiter zu.

Glücklicher mache dabei vermutlich die größere persönliche Freiheit, die häufig mit einer erstarkenden Volkswirtschaft einhergehe, meinen die Autoren der Originalstudie, die im Fachblatt «Perspectives on Psychological Science» (Bd. 3, S. 264) erschienen ist. Das könne auch erklären, warum Menschen in vielen osteuropäischen Staaten sich 2007 ebenfalls glücklicher fühlten als rund 25 Jahre zuvor, obwohl manche ihrer Länder wirtschaftlich heute sogar schlechter dastünden als zu Zeiten des Kommunismus: Die fortschreitende Demokratisierung habe den Bürgern beglückende persönliche Freiheiten beschert.

Die Forscher um Ronald Inglehart von der Universität von Michigan (USA) hatten seit 1981 im Abstand von mehreren Jahren in 52 Ländern weltweit jeweils rund 1400 Menschen nach ihrem persönlichen Glücksgefühl und nach ihrer Lebenszufriedenheit gefragt. In 45 der 52 Länder sind die Menschen demnach in den vergangenen 25 Jahren unter dem Strich glücklicher geworden. Unter den Top Ten mit einer Glückszunahme von jeweils mehr als zehn Prozent der Bevölkerung finden sich dabei nicht nur reiche Länder wie Schweden, Dänemark und Japan, sondern auch Argentinien, Nigeria und Südafrika.

Spitzenreiter bei der subjektiven Glückszunahme ist Mexiko, wo sich heute fast ein Viertel mehr Bürger «sehr glücklich» fühlen als vor 25 Jahren. Ursache seien vermutlich tiefgreifende gesellschaftspolitische Umwälzungen, sagte der Co-Autor der Studie, Roberto Foa von der Harvard-Universität dem «New Scientist». «Es gab eine weit verbreitete Demokratisierung, so dass die Menschen viel mehr Möglichkeiten haben zu arbeiten, zu reisen und ihre Meinung zu sagen.» An der Analyse der Umfragedaten war auch Christian Welzel von der Jacobs-Universität Bremen beteiligt.

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