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Stuttgarter Spielemesse: Teamwork liegt im Trend

Stuttgart. Brett- und Kartenspiele will keiner mehr spielen? Mitnichten. Auf der Stuttgarter Spielemesse zeigen Hersteller ihre neuesten Ideen. Bei vielen Spielen ist vor allem eines gefragt: Zusammenarbeit.

Noch zögert Stephanie Jagiella mit dem nächsten Zug. Als mystisches Wesen soll sie beim Psycho-Kartenspiel „Not Alone“ ihre Gegenspieler assimilieren - an welchem Ort sich die beiden auf dem fremden Planeten aufhalten, weiß sie allerdings nicht.

Ihr einziges Indiz sind die Platzkarten, an denen ihre Gegenspieler bereits waren. Beide Seiten haben ein gemeinsames Ziel: Wer als erstes den Stern in der Mitte des Spielfeldes erreicht, gewinnt. „Es macht sehr viel Spaß, aber man muss auch viel nachdenken“, sagt die 24-Jährige aus Göppingen, die erstmals die Spielemesse in Stuttgart (23. bis 26. November) besucht und sich das Spiel erklären lässt.

Gemeinsam mit ihren Freunden testet sie das Spiel von Corax Games aus Merseburg (Saalekreis). „Das Besondere hier ist, dass man im Team vorgeht. Sonst spielt man immer gegeneinander und für sich alleine“, sagt Thomas Brenner aus Göppingen, der die Rolle eines Gejagten übernimmt.

Vier Tage lang laden rund 100 Aussteller in Stuttgart dazu ein, ihre neuen Kreationen auszutesten - und teils auch gleich zu kaufen. Dazu zählen auch Spieleverlage wie Ravensburger oder Kosmos. Wer an eine reine Veranstaltung für Kinder denkt, irrt sich: Neben vielen Schulklassen findet man in der Ausstellerhalle vor allem Erwachsene, die sich mit großer Neugier an die Stände wagen. Auf vielen Tischen können die Besucher nur mit Teamwork gewinnen.

Parallel zur Spielemesse finden in Stuttgart bis Ende der Woche noch sechs andere Messen statt. Im vergangenen Jahr besuchten rund 120 000 Menschen sämtliche Veranstaltungen vom „Messe-Herbst“ - die Betreiber rechnen in diesem Jahr mit mehr Gästen. Gesonderte Zahlen für die einzelnen Schauen werden nicht erhoben. Bundesweit gibt es auch an anderen Standorten Spielemessen - um Karten- und Brettspiele drehte sich etwa Ende Oktober eine Messe in Essen (Nordrhein-Westfalen).

Den Trend zu kooperativen Spielen kann Roger Krykon vom Samhain Verlag aus dem bayerischen Bruck (Kreis Ebersberg) bestätigen. „Egal ob Exit Games oder Krimidinner, die sind in aller Munde. Hier machst du auch mit und schaust nicht nur zu.“

Wie gefragt Gesellschaftsspiele sind, zeigt ein Blick auf die Statistik. Der Verbund Spieleverlage aus Nürnberg, zu dem 19 Spielehersteller gehören, erwartet in diesem Jahr eine erneute Umsatzsteigerung von rund 500 Millionen auf 550 Millionen Euro.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland rund acht Prozent mehr Brett- und Kartenspiele als im Vorjahreszeitraum verkauft. Der Umsatz mit Familienspielen stieg nach Verbundsangaben um 10 Prozent, der mit Strategiespielen um 19 Prozent. „Das Weihnachtsgeschäft ist besonders wichtig für uns. Wenn es draußen kalt und dunkel ist, wird drinnen gerne gespielt“, sagt Verbundsvorsitzender Hermann Hutter. Vor allem hochwertige Spiele stünden auf vielen Wunschlisten.

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