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Südkorea meldet drei weitere Mers-Tote

Seoul (dpa) Die Furcht der Südkoreaner vor einer weiteren Ausbreitung von Mers ist nicht gebannt. Doch die Zahl der Neuinfektionen und der Menschen unter Quarantäne sinkt - zumindest vorerst. Dennoch sterben am Freitag gleich drei Menschen an dem Virus.

Südkorea meldet drei weitere Mers-Tote

Mit Atemschutzmasken versuchen sich Frauen in Seoul vor einer Ansteckung mit dem gefährlichen Virus zu schützen. Foto: Jeon Heon-Kyun

Beim größten Mers-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel hat Südkorea am Freitag drei weitere Todesopfer und vier Neuerkrankungen gemeldet.

Die Zahl der Toten stieg damit seit dem Ausbruch vor mehr als drei Wochen auf 13, die der Patienten mit dem Coronavirus (Mers-CoV) auf 126. Zunächst sei eine 72-jährige Frau an der Atemwegserkrankung gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Am Abend gab die Behörde bekannt, dass noch zwei Männer im Alter von 73 und 78 Jahren der Krankheit erlagen. Sie seien im Mai mit einem Mers-Patienten in Kontakt gekommen. 

Zum ersten Mal ging die Zahl der Menschen zurück, die unter Quarantäne gestellt sind. Mehr als 3600 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, befanden sich nach wie vor in Isolierstationen unter Beobachtung oder sollten zuhause bleiben. Am Donnerstag hatte die Zahl noch bei mehr als 3800 gelegen.

Die Verbreitung der Infektionskrankheit hat die Bevölkerung sehr verunsichert. Südkorea verfügt über eine der besten medizinischen Infrastrukturen in Asien. Die Regierung bekräftigt seit Tagen, dass kein Grund für Panik bestehe. Bisher habe sich der Mers-Ausbruch auf Krankenhausinfektionen beschränkt. Auch bei den neuen Fällen habe es sich um Patienten gehandelt, die sich in Kliniken ansteckten. 

Bis Freitagnachmittag waren nach Angaben des Erziehungsministeriums noch immer rund 2900 Schulen und Kindergärten vorsorglich geschlossen. Viele Südkoreaner versuchen, sich mit Atemmasken vor einer Ansteckung zu schützen, und meiden große Menschenansammlungen. 

Der kommissarische Premierminister, Choi Kyung Hwan, versuchte den in Südkorea lebenden Ausländern die Furcht vor einer weiteren Verbreitung des Virus zu nehmen. «Es gibt keinen Zweifel, dass der Mers-Ausbruch unter Kontrolle gebracht wird», sagte er laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap. Die Gesundheitsbehörden hoffen, dass die Zahl der Neuerkrankungen nach dem Wochenende abnimmt. 

Auch China, wo ein aus Südkorea stammender Mers-Patient behandelt wird, und andere Länder in der Region sind wegen des Ausbruchs besorgt. Etwa 84 000 geplante Reisen nach Südkorea aus dem Ausland seien bisher wegen Mers storniert worden, berichtete der südkoreanische Rundfunksender KBS unter Berufung auf die Koreanische Tourismusorganisation (KTO).

Erster Mers-Patient in Südkorea war im Mai ein 68-Jähriger, der von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war. Mers, das erstmals 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen wurde, zählt wie viele Erkältungsviren und der Sars-Erreger zu den Coronaviren. Typische Symptome des «Middle East Respiratory Syndrome» sind Fieber, Lungenentzündung und Nierenversagen. Übertragen wird es nach derzeitiger Erkenntnis vor allem von Kamelen.

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