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Auch Anwohner fahren im Eschke schneller als Tempo 30

Schnelle Autos im Wohngebiet Eschke

Am Leegen Weg und im Wohngebiet Eschke beschweren sich die Anwohner über zu schnelle Verkehrsteilnehmer. Auch aus der Nachbarschaft.

Südlohn

von Von Alex Piccin

, 20.02.2018
Auch Anwohner fahren im Eschke schneller als Tempo 30

Im Südlohner Wohngebiet Eschke gibt es aufgrund der vermeintlichen Temposünder erhöhten Diskussionsbedarf. Kinderspielzeug als Warnung auf der Straße vor dem spielenden Nachwuchs helfen nicht. © Alex Piccin

Vor über 30 Jahren führte noch eine Bahntrasse am Leegen Weg entlang. Mittlerweile ist dort das Wohngebiet Eschke entstanden und besiedelt. Ein bis zwei Autos pro Haushalt werden täglich durch den Nordosten Südlohns bewegt. Hinzu kommen Pendler, die ins Gewerbegebiet Eichendorffstraße oder nach Stadtlohn in die Hegebrockstraße zur Arbeit fahren. Das Problem: Die wenigsten Verkehrsteilnehmer tun dies im vorgesehenen Tempo. 30 Stundenkilometer sind dort erlaubt. „Wenn die Strecke frei ist, geht es hier schneller zu. Auch die Rechts-vor-Links-Regelung wird nicht immer beachtet“, schildert Anwohnerin Dagmar Ohlsen. Gerade die großen landwirtschaftlichen Gefährte seien zügig unterwegs.

Bauliche Änderungen

Nach der Fertigstellung des Wohngebiets ist der Leegen Weg verbreitert worden. Vorher mussten Radfahrer und Fußgänger die Fahrbahn nutzen, wollten sie nicht über den Grünstreifen laufen. Der Umbau lud die Verkehrsteilnehmer offenbar zu einer schnelleren Fahrweise ein. 2015, im Zuge des Endausbaus des Wohngebiets Eschke, sind begrünte Inseln, ein breiter Fuß- und Radweg sowie eine Erhöhung auf der Fahrbahn installiert worden. „Das hat die Verkehrsgeschwindigkeit reduziert. Ein Nachteil gerade für uns ist, dass es etwas lauter geworden ist, da die Autos jetzt gegebenenfalls länger stehen. Aber die Sicherheit geht vor“, so Dagmar Ohlsen.

Die Kritik der Anwohnerschaft richtet sich allerdings nicht ausschließlich an den Durchgangsverkehr, sondern vielmehr an die eigenen Nachbarn im Eschke. Der Großteil der Temposünder, die sich nicht an die im verkehrsberuhigten Bereich erlaubten sechs km/h halten, wohne selbst dort. Bürgermeister Christian Vedder kennt dies auch aus anderen Wohngebieten: „Allgemein ist es so, dass Anwohner oder deren Besucher zu schnell sind. Das macht 80 Prozent der Leute aus.“

Kathrin Brinkmann hat im vergangenen Jahr eine Flyer-Aktion mitorganisiert. Eltern und Kinder haben in der Nachbarschaft Flyer verteilt, um diese für die Tempo-Pro-blematik zu sensibilisieren. „Das hat leider nur kurzfristig geholfen. Aber wir werden es dieses Jahr wiederholen“, sagt sie. Ihr Ehemann Philipp Brinkmann ist Vorsteher des Hookviertels 106. Auf den Generalversammlungen der Nachbarschaft predigt er immer wieder Selbstkontrolle. Bei Autofahrern, die selbst kleine Kinder haben, funktioniere dies. Doch das sind längst nicht alle.

In den Straßenverkehr dürfen die Anwohner nicht eingreifen. So versuchen sie sich mit dem Aufstellen von Kinderspielzeug wie kleinen Rollern zu helfen. Mit überschaubarem Erfolg, wie Philipp Brinkmann erklärt: „Einmal ist jemand ausgestiegen, hat das Kettcar an die Seite geräumt und ist weitergefahren.“ Da andere Aktionen offensichtlich nicht greifen, bittet er die Behörden um Unterstützung. Verstärkte polizeiliche Kontrollen sollen weiterhelfen: „Schön wäre es, wenn wir so etwas nicht bräuchten. Punkte und Geldbußen wirken aber manchmal leider besser.“

Gespräche angekündigt

„Ich werde mich kurzfristig mit dem Kreis Borken und unserem Bezirksbeamten Thomas Overkamp in Verbindung setzten, um mögliche Maßnahmen zu besprechen“, verspricht Bürgermeister Vedder. Wann diese umgesetzt werden, liege an den Kapazitäten der örtlichen Polizei. Ob es dann nur bei Geschwindigkeitsmessungen bleibt, ist noch offen. Vedder: „Ich setze eher auf Kommunikation. Wenn jemand geblitzt wird, ärgert er sich nur.“ Da sei es ihm lieber, dem vermeintlichen Temposünder ins Gewissen zu reden. Der Nachbarschaft wohl auch, wenn es anschließend den verkehrsberuhigten Bereich nicht mehr nur dem Namen nach gibt.

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