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Drei Tage lang wurde ausführlich diskutiert

Planung der Umgehung

Drei Tage lang wurde in der Jakobihalle diskutiert – über den Lärm, der von der künftigen Umgehungsstraße ausgehen wird, über die Belastung der Straße(n) rund um das Grenzdorf, über Flächenverbrauch, Natur- und Grundwasserschutz und einiges mehr. Sachlich und konstruktiv sei der Erörterungstermin verlaufen, ist von allen beteiligten Seiten zu hören.

OEDING

von Von Anne Winter-Weckenbrock und Thorsten Ohm

, 15.06.2012
Drei Tage lang wurde ausführlich diskutiert

Die Ortsdurchfahrt soll durch die geplante Umgehung Entlastung finden.

"Wir hatten mit mehr Teilnehmern gerechnet“, gab Matthias Richter, Verkehrsdezernent bei der Bezirksregierung und Versammlungsleiter bei der Erörterung, zu. 380 Einwendungen waren im Zuge der öffentlichen Auslegung der Pläne vor zwei Jahren eingegangen – vor diesem Hintergrund habe man die Jakobihalle als Veranstaltungsort gewählt. „Vielleicht haben sich manche Dinge auch weiterentwickelt in den zwei Jahren“, mutmaßte Richter. Auch wenn weniger als erwartet Einwender persönlich – und zum Teil mit Rechtsbeistand – zur Erörterung erschienen: Es wurde eingehend und ausführlich diskutiert. „Die Einwender erhalten auch die sie betreffenden Auszüge aus dem Protokoll“, kündigte Richter an. Bürgermeister Christian Vedder, an den drei Tagen daueranwesend, hatte einen guten Eindruck von der Erörterung mitgenommen: Die Anliegen der Einwender seien sehr ernst genommen worden. Auch, was den Wunsch des Gemeinderates nach einem Kreisverkehr statt Ampel für die Anbindung an die B70 angeht: „Das wird ernsthaft geprüft werden“, ist sich Vedder sicher. Dass die Gemeinde auch helfend eingreifen will, wenn es etwa um Lärmschutz oder Flächentausche für die Ausgleichsmaßnahmen geht, habe er deutlich gemacht: „Die Straße ist gewollt – dann kann die Gemeinde ‘was dafür tun“.

Wenn jetzt Einigungen erzielt würden, steigere dies die Wahrscheinlichkeit, dass die Rechtsstreitigkeiten – also die erwarteten Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss – nicht so langer dauerten, meinte der Jurist. Dass die Erörterung nun gelaufen sei, sei ein weiterer Meilenstein in der Planung der Umgehung, ordnete Christian Veder den Behördentermin ein. Wann erwartet er nun den ersten Spatenstich für die lang geplante Umgehung? „Optimistisch gesehen 2016“. Nach der Erörterung,so Matthias Richter zum weiteren Ablauf, müsse nun erst der Landesbetrieb „seine Hausaufgaben machen“ – das heißt, die Dinge, die im Protokoll festgehalten wurden, bearbeiten. Insgesamt rechnet der Verkehrsdezernent mit einem weiteren Jahr, bis der Landesbetrieb seine Arbeit erledigt hat und im Anschluss die Bezirksregierung alle Punkte abgewogen und Entscheidungen gefällt hat – und den Planfeststellungsbeschluss treffen kann. Danach bestehe einen Monat lang die Gelegenheit, dagegen zu klagen. Sollte keine Klage erhoben werden, wäre der Planfsetstellungsbeschluss nach Ablauf der Frist rechtskräftig. Bei Schülern sind Hausaufgaben unbeliebt. Gertrud Schulze-Spüntrup vom Landesbetrieb Straßen NRW hat zwar in der Jakobihalle in Oeding nicht die Schulbank gedrückt, sondern sich aufmerksam angehört, was zahlreiche offizielle Stellen und Bürger zu der geplanten Umgehungsstraße zu sagen hatten. Hausaufgaben hat die Projektleiterin dennoch mitnach Coesfeld genommen – und gar nicht ungern, wie sie rückblickend im Gespräch mit der Münsterland Zeitung festgestellt hat: „Das hat sich gelohnt.“

Erfreulich sei der Termin verlaufen, sagt die Fachfrau, viele Aspekte seien auf den Tisch gekommen – ob in puncto Natur und Landschaft, Lärmschutz oder Wegeverbindungen. Für ihr Haus sei es eine gute Gelegenheit gewesen, Hintergründe zu erläutern, gesetzliche Grundlagen darzustellen und die vorgesehenen Maßnahmen für die Bürger plausibler zu machen. Was Gertrud Schulze-Spüntrup besonders gefreut hat: die engagierte und doch immer sachliche Diskussion, auch mit den Betroffenen selbst. Umgekehrt habe sie auch viele Argumente mitnehmen können, die jetzt noch die Chance haben, in die Details der Planungen für die seit langem angedachte Entlastungsstraße einzufließen. Gerade bei der Frage nach den Flächen zum Ausgleich für den Eingriff in die Landschaft sollen noch Alternativen untersucht werden: „Wir wollen einvernehmliche Lösungen.“ Das gelte auch für den Lärmschutz, wo mit besonders berührten Anliegern nun auch außerhalb des Erörterungstermins noch über neue Möglichkeiten geredet werden soll: „Wir bleiben im Gespräch.“ Und ein ganz dickes Lob hat sie für die Gemeinde Südlohn und Bürgermeister Christian Vedder: „Die Unterstützung war sehr groß.“

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