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Informieren - und abwarten

Schulentwicklung

Noch muss offen bleiben, wohin die Reise schulpolitisch in Südlohn geht. Über ihren Verlauf aber sollen sich alle Südlohner jederzeit ein umfassendes Bild machen können. Das haben Politik und Verwaltung in der Sitzung des Gemeinderates am vergangenen Mittwoch bekräftigt.

SÜDLOHN

von von Thorsten Ohm

, 28.06.2012
Informieren - und abwarten

Wie kann die Zukunft für den Standort einer weiterführenden Schule in Südlohn am besten gesichert werden? Eine Perspektive dazu böte der Zusammenschluss der Roncallischule (Bild) mit der Merian-Realschule in Weseke.

Schon vom Freitag an schaltet die Gemeinde in ihrem Internetauftritt eine neue Informationsmöglichkeit frei: Dort zeigt sie auf, was sich zur Entwicklung des Schulstandortes und speziell mit Blick auf Perspektiven für die Roncallischule und einen möglichen Zusammenschluss mit der Merian-Realschule in Borken-Weseke tut. Um nichts anderes als um die Zukunft der einzigen weiterführenden Schule des Ortes, der Roncallischule, geht es: Wie lassen sich für sie Perspektiven entwickeln? Wie kann der Standort gesichert bleiben, wenn die Zahl der Geburten sinkt? Welche Chancen bestehen darauf, gemeinsam mit einem Partner eine neu formierte Schule zu gründen?

Diese Fragen beschäftigen Schule, Ratsmitglieder und Verwaltung derzeit gleichermaßen. Denn die Schullandschaft im Kreis Borken ist im Augenblick mächtig in Bewegung geraten, konstatierten auch die Ratsmitglieder: Vielerorts schließen sich Schulen zusammen, um sich als Verbundschule, Sekundarschule oder Gesamtschule neu aufzustellen. Gleichzeitig geht die Zahl der noch existierenden Hauptschulen im Kreisgebiet in starkem Maße zurück (Münsterland Zeitung berichtete). Diese Entwicklung nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Chance zu sehen, dafür warb im Rat nicht zuletzt Südlohns Bürgermeister Christian Vedder. Dennoch verhehlte er nicht, dass derzeit erst einmal andere eine Entscheidung treffen müssen.

Aus Südlohner Sicht erscheint es wünschenswert, einen Zusammenschluss zwischen der Roncallischule und der Realschule in Weseke anzustreben. Damit wäre nicht nur eine von den Schülerzahlen her tragfähige Lösung für beide Standorte bis auf weiteres garantiert. Vielmehr würde sich wohl die Attraktivität der neuen Schule positiv auf die Anmeldezahlen jener Südlohner Kinder auswirken, die heute noch andernorts angemeldet werden. Die UWG hatte das Thema mit einem Antrag in den Gemeinderat gebracht. Sie bat um einen aktuellen Sachstandsbericht, um mehr über die Aktivitäten zu erfahren, die die Verwaltung in Bezug auf die weitere Schulentwicklung der Gemeinde unternommen habe. Jörg Battefeld sagte angesichts der derzeitigen Entwicklungen im Kreisgebiet bei diesem Thema einen „heißen Sommer“ voraus. Er forderte, die Eltern stärker zu informieren. Transparenz

Dem widersprach Bürgermeister Christian Vedder nicht: „Wir sorgen für ein Höchstmaß an Transparenz.“ Viele Eltern seien bereits gut im Thema. Die Gemeinde müsse aber nun die Entscheidung abwarten, die nicht in Südlohn, sondern in Borken getroffen werde. Dort ist die Schulentwicklungsplanung im vollen Gange. Um die Weichen neu stellen zu können, wurde in Borken ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das sieht für die Merian-Realschule in Weseke durchaus eine Möglichkeit, sich als „eine Sekundarschule unter zwei Dächern“ mit der Roncallischule zu verbinden. In der Nachbarstadt sollen nun alle Schule zu den weitreichenden Plänen bis zum 21. September Stellung nehmen. Der Stadtrat könnte danach im Herbst entscheiden. Zudem steht für die Südlohner jetzt ein Moderationsverfahren mit Stadtlohn an: Es wäre von einer neuen Sekundarschule direkt betroffen.

Klar gemacht hat die Verwaltung aber auch, dass sich die Gemeinde nicht in einer „Alles-oder-nichts“-Situation befindet: Komme es nicht zu einer Fusion mit Weseke, bleibe es zunächst bei der Fortführung der Roncallischule. Klar wurde aber auch, dass die Schülerzahlen in diesem Fall aber eher „auf Kante genäht“ sein dürften. Werner Stödtke von der Verwaltung bekräftigte: „Wir haben alles getan, um die Chancen zu wahren.“ Eine Elternversammlung macht aus Sicht der Gemeindeverwaltung nur Sinn, wenn mehr Klarheit über die künftigen Perspektiven herrscht. Dieser Ansicht konnte sich auch der Rat in seiner Gesamtheit anschließen: Zunächst soll über den Internetauftritt der Gemeinde eine umfassende Information zu diesem Thema gegeben werden. Der entsprechende Link wird vom Freitag an deutlich auf der Homepage zu finden sein, versprach Werner Stödtke.  

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