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Jürgen Tegeler hat die Landschaft im Blick

Wächter der Natur

Jürgen Tegelers Reich endet da, wo über der schraffierten Linie auf der Karte „Nederland” steht. Wieviel Hektar es hat, weiß er nicht genau. Nur, dass es an Weseke und Burlo grenzt und er ein Wochenende braucht, um alle Wege abzufahren. Seit Mai ist der 48-Jährige ehrenamtlicher Landschaftswart für Oeding

OEDING

von Von Dominique Snjka

, 09.06.2012
Jürgen Tegeler hat die Landschaft im Blick

Jürgen Tegeler ist Landschaftswart für den Ortsteil Oeding.

Der Weg im Hessinghook ist so schmal, dass die beiden Wagen anhalten müssen, die aneinander vorbei wollen. Im Schritttempo tasten sie sich aneinander vorbei, die Außenspiegel gleiten um Zentimeter aneinander vorbei. Links und rechts des Weges biegt sich das noch grüne Getreide im Wind. Die Ähren glänzen in der Mittagssonne. Jürgen Tegeler parkt den Wagen in staubigen Spurrillen direkt neben dem Schild „Kommiesenpatt“. Hier geht es direkt rein ins Landschaftsschutzgebiet.

Normalerweise ist Tegeler mit dem Fahrrad unterwegs. Das macht er am Wochenende, wenn er frei hat, zusammen mit seiner Frau. Er arbeitet viel, ist Bereichsleiter in der Gitterrostfertigung.Am Wochenende fahren sie dann durch ganz Oeding, halten nach Abfällen Ausschau. Neulich hat er ein paar Beutel gefunden, Grünabfälle im Oedinger Wald. „Wenn das hier jeder machen würde...“. Tegeler ist hochgewachsen, ein ruhiger und freundlicher Mensch. Einer der zupackt. „Warum ich das hier machen wollte? In erster Linie ging es mir darum ehrenamtlich zu arbeiten.“ Draußen sei er eigentlich schon immer gerne gewesen. Als der ehemalige Landschaftswart Erich Klein-Menting sein Amt aufgeben musste, schlug ihn der Kreis Borken zur Wahl vor. Seitdem sei er mit einem anderen Auge unterwegs.

Er achtet darauf, dass Reiter nur die vorgeschriebenen Wege benutzen und Hundebesitzer ihre Tiere anleinen. „Ich denke da an die Rehe oder an die Bodenbrüter. Die kommen nie mehr wieder, wenn sie aufgeschreckt werden“, erzählt er. Dieses Wissen hat er sich in den vergangenen Jahren angelesen. „Und das mache ich jetzt noch verstärkt.“ Am Feldrand fahren zwei Radfahrer vorüber, zwei andere legen in der Wetterschutzhütte daneben eine Pause ein. Radler, die auch die Natur genießen. Wenn Tegeler unvorsichtigen Zeitgenossen begegnet, setzt auf Gespräche: „Ich habe ja keine Weisungsbefugnis.“ Sein Vorgänger hätte irgendwann mal einen Kühlschrank gefunden, den irgendwer an einem Feldweg entsorgt hatte. Die Karte in den Händen, die sein Reich beschreibt, sagt er: „Natur- und Umweltschutz habe ich von je her für wichtig gehalten.“ Er teilt seinen Bereich in drei Gebiete ein. Am Wochenende hat er Zeit, in aller Ruhe durch die Landschaft zu fahren. Nur, wenn es richtig schüttet, dreht er eine kleine Runde.

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