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Kaum noch Platz für Windkraft

Gutachten ernüchtert

Viele neue Windkraftanlagen kann es auf Flächen innerhalb der Gemeinde nicht mehr geben. Das wurde deutlich, als der Warendorfer Gutachter Reiner Winterkamp dem Rat sein Konzept zur Windenergienutzung in Südlohn und Oeding vorstellte.

SÜDLOHN

, 06.11.2014
Kaum noch Platz für Windkraft

Wo ist noch Platz für Windkraftanlagen in Südlohn und Oeding?

Ganz schnell skizzierte der Gutacher im Sitzungssaal des Oedinger Rathauses dabei die Kriterien, die Windkraftanlagen von vorneherein verbieten. Hier nannte Winterkamp zunächst den Schutzabstand zu den beiden Ortsteilen von 500 Metern im Umkreis sowie 300 Meter Abstand zur nächsten Einzelbebauung.

„Das ist nicht zu groß gewählt“, wies der Gutachter darauf hin, dass Abstände auch größer ausfallen können. Zu den weiteren fachlichen und rechtlichen Aspekten gehören im Gemeindegebiet weitere Tabuzonen wie Wald und Naturschutzgebiete. Zusammengerechnet scheiden so schon rund 40 Prozent der Gemeindefläche für den Bau von neuen Windkraftanlagen aus. Einen weiteren Strich durch die Rechnung möglicher Planungen für Windkraftanlagen macht der Verkehrslandeplatz in Stadtlohn Wenningfeld. Die Abstände zu Landebahnen und Einflugschneisen seien weiter gefasst worden, erklärte Winterkamp den Kommunalpolitikern.

 Danach würden zwei der drei bestehenden Windkraftanlagen im Pingelerhook nach heutigen Maßstäben wahrscheinlich schon nicht mehr genehmigt werden, erläuterte der Gutachter. Die Anlagen liegen im sogenannten „Hindernis-Begrenzungsbereich für Flughäfen“. In einer Grafik veranschaulichte der Gutachter, dass die genannten Ausschlusskriterien dazu führen, dass „fast kein Raum mehr für Windenergieanlagen“ in der Gemeinde vorhanden ist.

Einzig an der Landstraße 572 an der Grenze zu Stadtlohn und an der Gemeindegrenze mit Gescher sieht der Gutachter kleinere Flächen, auf denen die Windenergienutzung erfolgen könnte. Dass Südlohn nur noch ganz wenig Raum für Windenergie hat, begründet der Experte für die Standortfindung auch „mit der Siedlungsstruktur mit sehr vielen Anwohnern im Außenbereich“. „Ganz viel mehr, als schon vorhanden, wird im Gemeindegebiet nicht möglich sein“, lautete am Ende das Fazit des Gutachters. Dieser wies aber noch darauf hin, dass es noch einen weiteren kleinen Bereich im Süden der Gemeinde gebe. Allerdings: Dort eine Konzentrationszone auszuweisen mache nur Sinn, wenn dies grenzüberschreitend und in Abstimmung mit der Stadt Borken erfolge, betonte der Gutachter.

Die Aussagen des Gutachters sorgten auch für Ernüchterung bei der SPD. Die hatte beantragt, aus Südlohn eine energieautarke Gemeinde zu machen – also alle für Südlohn benötigte Energie auch in Südlohn zu erzeugen. Das sei ohne ausgewiesene, größere Windenergiezonen nur schwer möglich, erklärte der Gutachter den Politikern. Am Ende brachte der Gemeinderat das Konzept mit den beschriebenen Flächen auf den Weg. Gleichzeitig soll die Verwaltung mit der Stadt Borken über Möglichkeiten für eine grenzüberschreitende Konzentrationszone spreche. Und die Energieautarkie ist auch noch nicht vom Tisch. Das Thema soll im Rahmen einer Zukunftswerkstatt weiterverfolgt werden.

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