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Kitas auf dem Prüfstand

Handbuch erstellt

Mehr Qualität für Kitas soll jetzt ein Handbuch bringen, das eine 20-köpfige Projektgruppe der katholischen Kitas aus Südlohn, Oeding, Gemen, Burlo und Weseke entwickelt hat. Anhand dieser Kriterien sollen die Einrichtungen zukünftig selbst Arbeit und Standards bewerten. Erstmalig im November.

SÜDLOHN

von von Susanne Menzel

, 13.10.2016

"Uns ist es wichtig, ein System zu haben, das uns nachhaltig praktisch weiterbringt", erklärt Dieter Bonhoff, Verbundleiter der katholischen Kirchengemeinden St. Vitus/St. Jakobus, die Gründe für diesen Schritt. Zur Unterstützung bei diesem Qualitätsprozess hat sich die Projektgruppe Berater Michael Schrader ins Boot geholt. "Gemeinsam haben wir 25 Merkmale erarbeitet, die den Ausgangspunkt für die weiteren Planungen mit den Kitas liefern sollen", so Bonhoff.

Die Fachkräfte geben ihre Selbsteinschätzung dabei einmal jährlich online ab. "Wir wollen den Aufwand möglichst gering halten", betont Dieter Bonhoff.

Bereits Standards eingeführt

Bereits in der Vorarbeit habe sich gezeigt, dass "es einige Punkte gibt, bei denen wir uns schon jetzt auf einem guten Stand bewegen. Bei anderen sollte und muss nachgebessert werden." Vor allem den Bereich "Neuaufnahme von Kindern" bewertet der Verbundleiter als "gute Entwicklung in den letzten Jahren. Da haben wir bereits einige Standards eingeführt, die sich sehr positiv auf die Kinder auswirken." So werden die Kleinen schrittweise an den Kindergartenalltag gewöhnt. Vorab besuchen die Bezugserzieher die Mädchen und Jungen Zuhause, um sie in ihrem gewohnten Umfeld kennenzulernen. Nach der Eingewöhnung, die in enger Zusammenarbeit mit den Eltern geschieht, werden diese um Feedback gebeten. Bonhoff: "Das ist wichtig, um zu sehen, wo es gut gelaufen ist, oder wo man noch etwas ändern muss."

Verbesserungsbedarf bei der Qualität sieht der Verbundleiter bei der Beteiligung der Mädchen und Jungen am Kindergartenalltag: "Da müssen wir stärker mit den Kindern in den Dialog treten." Stichwort Kinderkonferenz: "In diesem Fall dient das Handbuch als Motor, um die Kinder mit ihren Anliegen verstärkt ernst zu nehmen. Dennoch müssen wir darauf achten, die Balance zu wahren, um nicht alles in die Kinderhände zu geben."

"Nicht dem Mainstream opfern"

Zu den Öffnungszeiten - besonders für berufstätige Eltern ein Kriterium - bezieht Bonhoff eindeutig Stellung: "Wir sollten uns nicht dem Mainstream opfern, sondern darauf achten, was das Kind braucht." Schon jetzt könne bei der Anpassung von Dienstplänen durch Krankheit oder Fortbildung nicht immer darauf geachtet werden, dass jedes Mädchen, jeder Junge von seiner Bezugserzieherin betreut werde. "Da bleiben Bindungen manchmal auf der Strecke. Das muss man aber nicht noch ausweiten." Die katholischen Einrichtungen würden sich schon jetzt auf individuelle Anforderungen bei Betreuungszeiten einstellen. Dieter Bonhoff: "Das wird bei Bedarf mit den Erziehungsberechtigten abgestimmt."

Dennoch wolle auch der Verbund der katholischen Einrichtungen ein weiteres Mal "in die kritische Auseinandersetzung mit der Kommune gehen. Wenn es eine realistische Möglichkeit zur Refinanzierung gibt, würden wir die Öffnungszeiten ausdehnen. Bisher hatte uns der Kreis aber immer nur ein befristetes Modell angeboten."

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