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PCB und Asbest belasten St.-Vitus-Grundschule

Kernsanierung erforderlich

Grund zur Panik gebe es nicht, betont Bürgermeister Christian Vedder. Grund zur Sorge aber bieten die erhöhten Schadstoffwerte in Bauten der Gemeinde Südlohn, die die Gemeindeverwaltung am Donnerstag öffentlich machte. Allen voran in der St.-Vitus-Grundschule. Eine Kernsanierung ist unumgänglich. Und löst weitere Sorgen aus: Die Kosten gehen in die Millionen, schätzt Vedder.

SÜDLOHN

, 06.10.2016
PCB und Asbest belasten St.-Vitus-Grundschule

Der „Neubau“ der St.-Vitus-Grundschule ist schwer sanierungsbedürftig – und schadstoffbelastet.

Auf den ersten Blick sieht das Ergebnis der Untersuchungen verheerend aus: In allen untersuchten Gebäuden der Gemeinde Südlohn wurde Asbest gefunden. Und auch die anderen Schadstoffe, auf die das Fachbüro Wessling im Auftrag der Gemeinde die Schulen, die Jakobi-Halle und das Rathaus überprüfte, finden sich wiederholt in dem Bericht, den Vertreter von Gemeinde und Untersuchungsbüro gestern der Presse präsentierten: PCB, Schimmel, Holzschutzmittel, KMF. Nicht gefunden wurden PAK (Polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe) und Schwermetalle. Eine vom St.-Vitus-Kollegium beobachtete Häufung von Krebsfällen könne indes auch andere Ursachen haben, stellten die Fachleute fest.

Eine gute in der schlechten Nachricht: „Es ist nirgendwo so, dass ein Gebäude geräumt werden müsste“, sagte Diplom-Ingenieurin Britta Krampe vom Büro Wessling. Einzig der sogenannte „Neubau“ der St.-Vitus-Grundschule bereitet den Verantwortlichen akute Kopfschmerzen. Grund: PCB in alten Wandanstrichen, die später überpinselt wurden. Der giftige chemische Weichmacher, der im Verdacht steht, Krebs zu erregen, „gast aus“. Sprich: Es finden sich Spuren nicht nur da, wo PCB verwendet wurde, sondern auch in so genannten „Sekundärquellen“. Das sind in der St.-Vitus-Schule etwa PVC-Böden, Unterdeckenplatten oder Türzargen.

Belastungen über dem „Vorsorgewert“

In der Raumluft wurden Belastungen über dem sogenannten „Vorsorgewert“ festgestellt, allerdings unterhalb des „Interventionswerts“. Mit anderen Worten: Akute Gefahr besteht nach derzeitigem Wissensstand nicht. „Was wir tun müssen, ist Vorsorge“, sagte Krampe. Allerdings gebe es einen „mittelfristigen Sanierungsbedarf“. Und der bedeutet womöglich, dass das Gebäude sogar abgerissen werden muss. Krampe: „Wir werden da auf den Rohbauzustand gehen müssen.“

Für die Gemeinde bedeutet das Kosten in siebenstelliger Höhe, wie der Bürgermeister schätzt. Über das Förderprogramm „Schule 2020“, das das Land eben frisch aufgelegt hat, kann ein Teil der Kosten aufgefangen werden. Sanierungsstau, erhöhte Anforderungen an Inklusion und der gewachsene Platzbedarf für die Offene Ganztagsschule machen es möglich – erforderlich ist es in jedem Fall. „Die St.-Vitus-Grundschule ist unsere erste Priorität“, sagte Vedder, „weil da PCB ausgast.“ Ein Lichtblick: „So wird aus der schlechten Nachricht ein Projekt“, sagte er gestern.

Wie es konkret weitergeht, steht noch nicht fest. Zunächst sollen in den Herbstferien mehr Raumluftproben genommen werden, dann folgen eine Kostenberechnung und ein möglicher Zeitplan. Auch muss dann geklärt werden, wohin der Schulbetrieb ausgelagert werden kann. Denkbar sei eine Containerlösung, überlegten Vedder und Werner Stödtke von der Gemeindeverwaltung. Dann ist die Politik am Zug. Die Haushaltsberatungen stehen an. Und es gilt zu entscheiden, was mit dem Bau geschieht. Vedder: „Wenn wir den Bedarf sehen, muss parallel zur Sanierungsoption die Variante Abriss in Betracht gezogen werden.“

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