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Puzzlen unter Eichen

Gelsenkirchener Camper

SÜDLOHN Heidrun Blaha beugt sich über den Tisch. Sie runzelt die Stirn. "Meinst Du das passt?", fragt sie ihren Mann. Detlef Blaha nimmt ihr das Puzzlestück aus der Hand und legt es an. "Passt". Sie kommen aus Gelsenkirchen und machen seit 16 Jahren Campingurlaub in Südlohn. Ihre Leidenschaft: Puzzlen.

von Von Melanie Steur

, 13.08.2010
Puzzlen unter Eichen

So kennen die Südlohner Heidrun und Detlef Blaha aus Gelsenkirchen: die Beiden sitzen unter 250 Jahre alten Eichen und puzzeln. Jeden Sommer schlagen sie ihre Zelte auf der Wiese am Haus Volmering auf.

Das Ehepaar wühlt weiter mit den Händen durch die Pappteilchen im Karton. „Ich freue mich schon wieder auf die 3000er und mehr bei uns Zuhause“, sagt sie. „Auf den Campingtisch passen eben nur kleinere Puzzle“, erwidert ihr Mann. Die Eheleute aus Gelsenkirchen sind überzeugte Camper. Vor 16 Jahren haben sie den Autoatlas aufgeschlagen, um sich einen anderen Zeltplatz zu suchen. „Wir haben bis dato regelmäßig am Rhein-Herne-Kanal Urlaub gemacht“, erzählt der 51-Jährige.

Die Bedingungen für einen neuen Urlaubsort standen fest noch bevor die Karte herausgeholt wurde: es sollte in der Nähe eines Flusses sein und an der Grenze zu den Niederlanden. „Ländlich vor allem“, fügt Heidrun Blaha hinzu. Die Schlinge habe im Atlas sehr breit ausgesehen und damit stand Südlohn als Ziel fest. „Du bist damals mit Sascha auf Rädern und den Zelten im Hänger her gefahren“, erinnert sich die 55-Jährige. Sie selbst sei mit dem Zug zwei Tage später gekommen. Seit dem steht das Zelt der Blahas auf einer Wiese am Haus Volmering. Sohn Sascha sei in den ersten Jahren immer mitgefahren. Mittlerweile ist er 33 Jahre alt und macht lieber allein Urlaub. Blaha: „Gleich im zweiten Jahr, 1995, haben wir uns richtig wohl gefühlt.“ Sie seien dann schon Teil des Südlohner Alltagslebens gewesen, ergänzt seine Frau.

Immer wieder kommen Fahrradfahrer vorbei. Jeder grüßt die beiden Camper. „Wir kommen seit 16 Jahren jeden Sommer, da weiß man schnell wer wer ist.“ Abends bekommen die Gelsenkirchner regelmäßig Besuch von einer Nachbarin. „Sie führt eigentlich ihre Hunde aus. Aber dann sitzt sie doch mit uns am Tisch“, Heidrun lächelt. „Schön ist es hier“. Die Wiese auf der sie zelten gehört Bauer Claushues. Der ist mittlerweile verstorben, herkommen dürfen sie trotzdem noch. „Wir verstehen uns gut mit der Familie vom Hof, dürfen dort duschen und unsere Sachen den Winter über in der Scheune einlagern“, erzählt Detlef Blaha. In diesem Sommer bleiben sie nur zwei Wochen. Heute ist Halbzeit. „Mal sehen wie viele Puzzle wir noch fertig bekommen“, sagt Heidrun Blaha und legt noch ein Stück an. „Passt.“

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