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Schnaps führte zum Ausschluss aus dem Umzug

Karnevalsumzug in Südlohn

Beim Südlohner Karnevalsumzug herrscht Schnapsverbot auf den Wagen. Die KLJB Ramsdorf wurde deshalb ausgeschlossen. Das führte fast zur Eskalation.

Südlohn

, 13.02.2018
Schnaps führte zum Ausschluss aus dem Umzug

Die Polizei folgte dem Wagen aus Ramsdorf und hatte nichts zu beanstanden. Beining

Als „Wilde Kerle“ waren die Teilnehmer der Landjugend Ramsdorf beim Karnevalsumzug in Südlohn am Samstag angetreten. Doch offenbar trieben sie es zu wild, denn wegen eines Verstoßes gegen das Schnapsverbot wurde ihr Wagen vom Veranstalter aus dem Verkehr gezogen.

Tobias Holtkamp, Vorsitzender der KLJB Ramdorf, zeigte sich vom strikten Kurs des Veranstalters überrascht. „Das Ordnungsamt hat unseren Wagen kontrolliert und hatte nichts zu beanstanden. Beim Umzug dann, haben zwei oder drei Leute mit selbst mitgebrachten Klopfern angestoßen“, so Holtkamp.

Dreifacher Ausschluss


Frank Focke, Präsident des Veranstalters Kinder- und Familienkarneval (KFK) Rot Weiß Südlohn, beobachtete die Szene und schloss die Ramsdorfer daraufhin vom schon laufenden Umzug aus. „Die Regel ist eindeutig. Es ist kein Schnaps auf dem Wagen erlaubt“, so Frank Focke. „Das ahnden wir konsequent. Wir wollen keine Jugendlichen, die sich die Kante geben, deshalb haben wir das einfach mal durchgezogen.“

Dass das Ordnungsamt den Wagen freigegeben hatte, spiele keine Rolle. „Das hat mit dem Ordnungsamt und der Polizei nichts zu tun, das sind unsere Spielregeln.“ Die habe der Verein schon vor einigen Jahren eingeführt, um Alkoholexzesse zu verhindern und die Veranstaltung für die Zuschauer attraktiver zu machen. „Da muss es doch möglich sein, zwei Stunden keinen Schnaps zu trinken.“ Die Regel sei jedem Teilnehmer bekannt gewesen, denn „die lassen wir uns vorher unterschreiben“, sagt Frank Focke.

Für die Ramsdorfer hatte der Ausschluss noch weitere Konsequenzen. „Wir geben das weiter an die anderen
Zugleiter“, so der KFK-Präsident. Daraufhin wurde die Landjugend auch von den Umzügen in Rhede und Velen ausgeschlossen.

Wüste Beschimpfungen


Für Tobias Holtkamp völlig unverständlich: „Wir sind eigentlich eine Vorzeige-Landjugend. Bei uns kontrolliert ein Kellner den Ausschank nach Alter.“ Den Schnaps hätten zwei Leute in der Jackentasche mitgeschmuggelt. „Wir können nun mal nicht jede Tasche kontrollieren“, meint der KLJB-Vorsitzende.

„Für alle Mitglieder der KLJB Ramsdorf ist der Ausschluss vom Umzug durch den Präsidenten nicht nachvollziehbar, zumal der Eindruck entstand, dass keinerlei Abstimmung zwischen den Vorstandsmitgliedern aus Südlohn stattgefunden hat“, teilte er mit. Das Schnapsverbot findet Holtkamp nicht konsequent, „denn an den Bierständen wird auch Schnaps verkauft.“

Spätestens nach dem Ausschluss war es vorbei mit dem Vorzeige-Verhalten. Mitglieder der Ramsdorfer beschimpften Frank Focke wüst. Und fast wäre es nicht dabei geblieben. „Ich hau dir auf die Fresse“, rief einer der „Wilden Kerle“. „Da hatte sich einer nicht im Griff“, räumt Tobias Holtkamp ein. „Das geht natürlich nicht“, fügt der Ramsdorfer KLJB-Vorsitzende hinzu und entschuldigt sich auch für die Beschimpfungen.

Keine Klärung


Zu der aufgeheizten Stimmung habe seiner Meinung nach auch Präsident Focke beigetragen, weil dieser der Gruppe keine Gelegenheit gegeben habe, sich zu erklären. „Eine sachliche Klärung mit dem Präsidenten fand nicht statt. Es waren alle aufgebracht. Denn wir haben als Verein die ganze Woche hart gearbeitet. Und alle haben sich das ganze Jahr auf Karneval gefreut“, erklärt Holtkamp.

An den Umzügen in Velen und Rhede nahm die Landjugend dann doch noch teil, wenn auch ohne Wagen. Befreundete Gruppen ließen sie als Fußgruppe mitlaufen. Stolz präsentierten sie dabei ein Banner mit der Aufschrift „Wir lassen uns nicht unterkriegen“.

Nicht unterkriegen lässt sich auch der Südlohner Karnevalsverein im Kampf gegen die Alkohol-Gelage. Ein weiterer Wagen wurde wegen Missachtung des Schnapsverbots ausgeschlossen und mehrere andere verwarnt.

Aber Ärger gibt es nicht nur mit Schnapsflaschen: Im Vorjahr hatte der Verein eine Gruppe ausgeschlossen, die eine Bierdose auf einen Rettungswagen geworfen hatte.

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