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Wenn der Partner plötzlich Angst macht

29.11.2007

Südlohn Gewalt gegen Frauen ist ein heikles Thema, auch im Kreis Borken. Am Mittwochabend erläuterten Agnes Denkler und Ria Mester von der Beratungsstelle "Frauen für Frauen" aus Ahaus in Zusammenarbeit mit Ingrid Saltmann, Opferschutzbeauftragte des Kreises Borken, welche Hilfe Frauen erwarten können.

Die rund 25 Zuhörer, die auf Einladung der Frauenunion Südlohn-Oeding den Weg ins Haus Wilmers gefunden hatten, hörten den drei Frauen gebannt zu. "Häusliche Gewalt kann viele Straftaten beinhalten: Von der Sachbeschädigung über Körperverletzung bis hin zur Tötung" , erklärte Saltmann. Leider dringe die Gewalt oft nicht an die Öffentlichkeit, so dass zu den gemeldeten Fällen ein hohe Dunkelziffer hinzukomme. "333 Fälle wurden im Kreis Borken 2006 zur Anzeige gebracht", merkte die Kriminalbeamtin an. "Das sind schätzungsweise nur fünf bis zehn Prozent der tatsächlich auftretenden Fälle."

Schwer zu reden

"Opfern fällt es schwer über die Gewalt zu reden", so Agnes Denkler. "Wenn sie zu uns kommen, ist es oft das erste Mal, dass sie sich jemandem anvertrauen." Damit sich Frauen auch selbst schützen können, habe die Beratungsstelle einen Sicherheitsplan entwickelt.

Notfallplan wichtig

Dieser zeigt den Frauen, was im Vorfeld eines Notfalles zu tun sei: Fluchtmöglichkeiten, die Bereithaltung von Geld und das Packen einer Notfalltasche. "In diesen Momenten ist rationales Handeln für die Frauen schwer, da bietet der Sicherheitsplan Unterstützung und Struktur", berichtete die Diplom Sozialarbeiterin.

In der anschließenden Diskussion bewegte die Zuhörer besonders eine Frage: Warum brechen Frauen nicht eher aus gewalttätigen Beziehungen aus? Die Angst vor noch mehr Gewalt, der Wunsch, die Familie nicht zu zerstören und die Hoffnung, das die Situation besser wird, lasse Frauen oft jahrelang in solchen Partnerschaften leben. Ria Mester weiß: "Frauen werden nicht plötzlich geschlagen. Es ist ein schleichender Prozess, der meist bei psychischer Gewalt beginnt und irgendwann in körperlicher endet." www.frauenfuerfrauen-ahaus.de

Weitere Infos unter Tel. (0 25 61) 6 78 61.

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