Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Sunflower Bean: Mit 22 auf der Überholspur

Berlin. Ein Lockenkopf, ein Schnauzbart-Hipster und ein blondes Model: Sunflower Bean sind Hingucker-Typen. Aber auch mit seiner knackig-frischen Musik macht das Trio aus New York einiges her.

Sunflower Bean: Mit 22 auf der Überholspur

Toller Look, tolle Musik: Sunflower Bean. Foto: Hollie Fernando

Das US-Trio Sunflower Bean dürfte der Traum eines jeden Indiepop-Stylisten sein: ein Lockenkopf mit dem Aussehen des jungen David Bowie, ein Hipster-Typ mit Schnauzbärtchen und eine schöne Blondine. Aber die drei New Yorker sind mehr als die schnöde Summe ihrer Looks.

Auf ihrem zweiten Album „Twentytwo In Blue“ (Lucky Number Music) beweisen Sunflower Bean - wie übrigens schon auf ihrem Debüt „Human Ceremony von 2016 -, dass sie coole Musik nach bewährten Vorbildern machen können. Wie ein Hybrid aus Sixties-Pop (The Mamas And The Papas), Seventies-Gitarren-Glam (T. Rex, Suzie Quatro) und dem weiblich dominierten US-Poprock jener Jahre (Blondie, Fleetwood Mac) kommen Julia Cumming, Jacob Faber und Nick Kivlen daher.

Der Albumtitel ergab sich, weil alle drei Sunflower-Bean-Mitglieder zum Zeitpunkt des Erscheinens von „Twentytwo In Blue“ Ende März 22 Jahre alt geworden waren. Aber nur jugendlich ungestüm oder gar naiv klingt das Album dennoch nicht, vor allem in Sixties-inspirierten Balladen wie „Only A Moment“ oder „Any Way You Like“ offenbart sich eine erstaunliche Reife. 

„Wir haben sehr darauf geachtet, etwas tiefer zu gehen, was die Soundlandschaft betrifft“, sagt Cumming, die auch als Model arbeitet, im Interview der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Faber ergänzt: „Wir wollten (...) Musik abliefern, die Aufmerksamkeit erregt.“

Nun ja, das hört sich noch nach den recht konventionellen Beschreibungen eines zweiten Albums als künstlerische Weiterentwicklung an - aber letztlich schaffen es Sunflower Bean, den Mittelweg zwischen juveniler Frische und wachsender Reife zu finden.

Zwischen Dezember 2016 und Dezember 2017 entstanden, ist „Twentytwo In Blue“ die gelungene Bestandsaufnahme einer aufstrebenden Indiepop-Band, deren Entwicklung noch lange nicht zu Ende sein dürfte.

Konzerte: 12.04. Hamburg - Molotow, 13.04. Berlin - Rosis, 15.04. Wien - Chelsea, 17.04. Lausanne - Le Romandie, 18.04. Zürich - Bogen F, 19.04. Köln - Blue Shell

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

CD-Kritik

Die Fantastischen Vier beschwören die Toleranz im Hip-Hop

Berlin. Die Fantastischen Vier setzen sich seit jeher für Vielfalt und Toleranz ein. Auf ihrem neuen Album wird es jetzt richtig politisch. Das tut dem deutschen Hip-Hop gerade in diesen Tagen gut.mehr...

CD-Kritik

Ganz ohne Bombast: „Who Came First“ von Pete Townshend

Berlin. Anfang der 70er Jahre brauchte Pete Townshend etwas Abstand von The Who. Der Ausnahmegitarrist veröffentlichte sein erstes Soloalbum, für das ein Guru sehr wichtig wurde.mehr...

CD-Kritik

Sting und Shaggy - Entspannt und fröhlich

London. Mit der Ankündigung eines gemeinsamen Albums erstaunten Sting und Shaggy die Musikwelt. Doch das Ergebnis kann sich hören lassen. Dass die neuen Freunde bei den Aufnahmen ihren Spaß hatten, hört man. In den launigen, sommerlichen Songs geht es aber auch um ernste Themen.mehr...

CD-Kritik

Die Sloan-Rechnung: Vier mal drei macht „12“

Berlin. Vier Songschreiber, jeweils drei neue Lieder - unterm Strich steht „12“ von der kanadischen Retro-Rockband Sloan. Ein Powerpop-Album wie gemacht für einen schönen Frühlings- oder Sommertag.mehr...

CD-Kritik

Die Nerven: Tanz das Unbehagen

Berlin. Auf ihrem vierten Studioalbum schwankt die Stuttgarter Rockband Die Nerven zwischen genialem Krach und sanften Melodien - und verhilft der deutschen Rockmusik damit zu neuer Relevanz.mehr...

CD-Kritik

Den Manic Street Preachers geht die Wut aus

Berlin. 25 Jahre lang haben sich die Manic Street Preachers als linke Rockband mit intensiven Songs voller Weltschmerz und Wut ausgetobt. Auch das neue Album enthält einige wuchtige Stadion-Hymnen, verströmt aber eher konservative Behaglichkeit. Wohin führt der Weg der „Manics“?mehr...