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„Super Anlagen“ bei Bremens Matchwinner Belfodil

Augsburg. Körper eines Mittelstürmers, Geschwindigkeit eines Flügelstürmers - so beschreibt Florian Kohfeldt seinen Angreifer Ishak Belfodil. Mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack schießt Belfodil Werder Bremen schon fast zum Klassenerhalt. Seine Zukunft ist ungeklärt.

„Super Anlagen“ bei Bremens Matchwinner Belfodil

Werders Ishak Belfodil traf gleich zweimal gegen Augsburg. Foto: Stefan Puchner

Die Interviews führte Fußball-Wandervogel Ishak Belfodil auch nach seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga auf Englisch und Französisch. Zurückhaltung zeichnete den Besitzer eines algerischen und französischen Passes darin aus.

„Ich will gar nicht so viel über mich sprechen. Ich bin einfach froh, dass wir als Mannschaft gewonnen haben“, meinte Werder Bremens Matchwinner nach dem spielerisch imposanten 3:1 (2:0) beim FC Augsburg. Wenn man sich nur die Statistik ansehe, dann könne es vielleicht sogar sein bestes Spiel für die Norddeutschen gewesen sein. „Ich denke aber, ich habe auch schon andere gute Spiele gemacht.“

Jener 17. März 2018 war ein besonderer Tag für Belfodil. Zweimal (5. Minute, 40.) traf der bis zum Sommer von Standard Lüttich ausgeliehene Angreifer selbst, den Schlusspunkt von Kapitän Max Kruse bereitete er vor. „Dass er was drauf hat, wissen wir. Aber er muss sich halt belohnen“, sagte Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic nach dem „Big Point“ im Kampf um den Klassenerhalt. „Er hat super Anlagen, war hier und da mal unglücklich, hat uns aber sehr geholfen.“

Die rein sportliche Bilanz von Belfodil bei Werder liest sich jedoch alles andere als euphorisierend. Inklusive des Doppelpacks erzielte der 26-Jährige gerade einmal drei Treffer in 22 Bundesligaspielen. Belfodil stört da die typische Erwartungshaltung an einen Angreifer. „Wenn ein Stürmer mal nicht trifft, dann sieht es so aus, als würde er seinen Job nicht machen“, hatte er nach seinem Premierentreffer für Bremen beim Pokalsieg im Oktober gegen Hoffenheim geklagt. Seine bevorzugte Position sei eigentlich die des Zehners.

„Vom Spielertyp her hat er im Grunde den Körper eines Mittelstürmers, aber die Geschwindigkeit eines Flügelstürmers“, beschrieb Trainer Florian Kohfeldt die Anlagen Belfodils und wähnt ihn angekommen. „Ishak brauchte einen Moment, um sich an die Liga und an die Art und Weise zu trainieren zu gewöhnen. Ich habe ihn vom ersten Tag an als einen Menschen kennengelernt, der hohe Werte hat, was den Umgang angeht, was manchmal nicht unbedingt die Werte sind, die wir in Deutschland haben.“

Pünktlichkeit sei zum Beispiel einer dieser etwas kniffligen Werte, ergänzte Kohfeldt schmunzelnd. Belfodil soll jedenfalls kein ganz einfacher Spielercharakter sein. „Bei Ishak ist es immer wichtig, dass es Sinn macht, was er da tut, dann macht er das auch mit voller Hingabe“, meinte Kohfeldt nach Werders 250. Liga-Auswärtssieg.

Ob es für Belfodil über diese Saison hinaus eine Zukunft an der Weser gibt, will Manager Frank Baumann in aller Ruhe entscheiden. Der Verein besitzt ja dem Vernehmen nach eine Kaufoption. Werder ist ohnehin schon Belfodils achte Profistation nach den Etappen Lüttich, Baniyas SC in den Vereinigten Arabischen Emiraten, FC Parma, AS Livorno, Inter Mailand, FC Bologna und Olympique Lyon.

Beständigkeit, das ist etwas, was Kohfeldt seinem Team mittlerweile eingeimpft hat. Mit dem fünften Sieg aus den vergangenen sieben Ligapartien sind die Bremer der Rettung schon ganz nah. Acht Punkte beträgt der Vorsprung bereits auf Relegationsplatz 16.

„Ich bin sehr einverstanden mit den letzten Wochen, was die Punkte angeht. Ich warne aber nach wie vor vor Selbstzufriedenheit, weil die Situation noch nicht so ist, dass wir uns aus dem Abstiegskampf verabschiedet haben“, mahnte Kohfeldt. Ein Spannungsabfall könne fatal enden. „Du darfst nie durchatmen im Fußball.“

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