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Supereifrige Glückssuche macht nicht glücklicher

Toronto. Glück ist ein flüchtig Ding. Kann man es durch Anstrengung greifen? Eher nicht, sagt eine neue Studie.

Supereifrige Glückssuche macht nicht glücklicher

Das exzessive Streben nach Glück, macht nicht unbedingt glücklicher. Laut einer Studie geht Menschen damit viel Zeit verloren. Foto: Martin Gerten

Wer dem Glück intensiv nachjagt, wird nicht unbedingt glücklicher - denn es fehlt ihm häufig an Zeit. Dies ist das Ergebnis einer im Fachjournal „Psychonomic Bulletin & Review“ vorgestellten US-Studie.

Diejenigen, die mit viel Einsatz verschiedenste Dinge tun, um glücklicher zu werden, geraten oft sogar in eine Negativspirale, aus der sie unzufriedener als zuvor herauskommen.

Die Forscher von der Rutgers University (Newark) und der University of Toronto (Ontario) hatten vier Online-Studien mit 100 bis 300 Teilnehmern dazu durchgeführt. Dabei fiel auf, dass die Probanden Zeitverlust besonders dann beklagten, wenn sie die Suche nach Glück als etwas ansahen, das ständig persönliches Engagement erfordert. Die Testgruppe hingegen, die sich bereits als recht glücklich betrachtete, hatte auch weniger das Gefühl, dass ihr die Zeit davonrinnt.

Die Probanden wurden zufällig in Gruppen eingeteilt, deren Fokus entweder auf Glückssuche oder aber auf dem Anerkennen bereits erreichten Glücks lag. Immer mit Blick auf das gefühlte persönliche Zeitbudget sollten sie dann neutrale oder komödiantische Filme schauen, oder auch aufschreiben, was sie tun wollen, um glücklich zu werden - oder was sie bereits glücklich gemacht hat.

„Auf der Jagd nach Glück scheint Zeit zu verschwinden, wenn Glück als Ziel betrachtet wird, das stetige Anstrengung erfordert. Die Ergebnisse untermauern die wachsende Zahl von Arbeiten, die nahelegen, dass die Suche nach Glück ironischerweise auf Kosten der Zufriedenheit geht“, schreiben die Autoren. „Erfolgreicher könnten Interventionen sein, die den Leuten einfach mehr Zeit verschaffen und damit, im Gegenzug, mehr Wohlbefinden.“

In der internationalen Glücksforschung, die in den vergangenen Jahren viel Zulauf hat, unterscheiden sich vor allem zwei Hauptstränge: Je nach kulturellem Hintergrund steht mehr die individuelle Entwicklung und das persönliche, sich aktiv zu erobernde Glück im Mittelpunkt oder aber der Dienst an der Gemeinschaft, das Sich-Einbringen in ein funktionierendes Ganzes, das aus verschiedenen, auch gegensätzlichen Einzelteilen besteht.

Letzteres sehen vor allem asiatische Wissenschaftler als Schlüssel zum Glück. „Durch das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang kann man einen Zustand innerer Harmonie erreichen, der letztendlich ein inneres Gefühl des Glücks fördert“, schreibt Daniel Shek (Hongkong University, China) in der Sammlung „The World Book of Happiness“. Im krassen Gegensatz dazu steht die dortige Empfehlung von Claudia Senik von der Pariser Sorbonne: „Vergleichen Sie sich nicht mit anderen, konzentrieren Sie sich auf ihre eigenen Pläne und setzen Sie auf Ehrgeiz.“

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