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Supermarktgegner klagen über Zeitprobleme und Gegenwind

Bürgerbegehren Herbede stockt

Pessimismus macht sich bei den Gegnern des neuen Supermarkts im Gerberviertel breit. Die Unterschriften-Aktion läuft schleppend, das Bürgerbegehren droht zu scheitern. Gezielte Werbung des Edeka-Betreibers Grüter habe für einen Stimmungsumschwung gesorgt.

HERBEDE

von Von Beatrice Haddenhorst

, 12.06.2012
Supermarktgegner klagen über Zeitprobleme und Gegenwind

Paul Paikert unterschreibt das Bürgerbgehren. Er findet die Meesmannstraße, so wie sie ist, in Ordnung. Viele andere wollen einen neuen Supermarkt.

Nicht vor ihrer Haustür einkaufen zu können, daran sind die Vormholzer gewöhnt. Was vor allem Jugendliche vermissen, ist das Jugendzentrum und ältere Vormholzer trauern den Treffpunkten nach, die die Kirchen früher boten. So lautet das Fazit, das Knut Unger vom Mieterverein nach zwei Stunden Gesprächen mit Bürgern an einem Infostand am letzten Montag zieht: „Der Ort hat einfach keinen Mittelpunkt.“ Groß sei die Resonanz auf das Gesprächsangebot seines Vereins und die parallel laufende Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren gegen den Edeka-Neubau in Herbede ohnehin nicht gewesen.

Wieviele Unterschriften in am Montag in Vormholz zusammengekommen sind, wusste Heiner Knährich, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, gestern nicht zu sagen. Aber mit einem Erfolg rechnet er sowieso nicht mehr: „Das läuft nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben nicht genug Leute, um zu sammeln, nur zehn insgesamt und mal hat der eine keine Zeit, dann der andere.“ Zudem reagieren die Herbeder längst nicht immer wohlwollend, wenn sie um ihre Unterschrift gegen den neuen, großen Supermarkt im Gerberviertel gebeten werden. „Manche sagen uns klar, dass sie den Neubau wollen, um auch in Herbede in so einem neuen und modernen Geschäft einkaufen zu können wie beispielsweise in Heven“, schildert Knährich.

Furcht um die Zukunft der Meesmannstraße als belebte Einkaufsstraße hätten die Bürger dabei nicht. „Sie können sich jetzt vorstellen, den Einkauf im neuen Edeka mit einem Bummel auf der Meesmannstraße zu verbinden. Aber wer macht das wirklich, wenn es soweit ist?“, fragt Knährich. Etwa 2000 Unterschriften, so schätzt er, habe die Initiative bis jetzt gesammelt. Bis zum Monatsende bleibt nur noch Zeit, um auf die mindestens notwendigen 4900 Unterschriften zu kommen. „Das ist nicht zu schaffen. Dazu brauchten wir mehr Zeit“, ist Knährich pessimistisch. Auch gezielte Werbung des Edeka-Betreibers Grüter habe im Stadtteil für einen Stimmungsumschwung gesorgt. Warum kein neuer Supermarkt, wenn doch im Gerberviertel Platz sei, würden die Herbeder nun fragen. Dass für das Gelände in den Bürgerwerkstätten mal über Freizeitnutzung nachgedacht worden sei, habe wohl niemand mehr im Kopf.