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Susanne Wichmann vollendet 800-Jahr-Projekt

Fototapete für Tafelmusik

Sie hat es geschafft: Die Fotografin Susanne Wichmann hat tatsächlich 800 Wittener und Wittenerinnen porträtiert. Diese Gesichter werden bei der Tafelmusik am Samstag, 26. Juli, auf mindestens 75 Tischen von der Tischdecke lächeln.

WITTEN

, 16.07.2014

Vier Mal kam die gebürtige Wittenerin und jetzige Hamburgerin in diesem Frühjahr in die Ruhrstadt, vier Mal stand sie mit ihrer Ausrüstung auf dem Rathausplatz, bei Veranstaltungen, auf dem Golfplatz oder an diversen Arbeitsplätzen und fragte die Menschen, ob sie Lust hätten, sich porträtieren zu lassen. Es ist eine besondere Aktion, sozusagen ein Geschenk der Fotografin zur 800-Jahr-Feier ihrer Geburtsstadt. Ein schönes Geschenk, auch für sich selbst. „Es hat richtig Spaß gemacht und am schönsten waren die Begegnungen mit den Menschen“, sagt Susanne Wichmann.

Und oft ergaben sich vor ihrer Kamera auch ganz unerwartete Kontakte der Wittener untereinander: „Da waren da die beiden alten Damen, eine mit Rollator. Da sagt die eine plötzlich: "Hermine, ich kenn dich doch!". Da hatten die beiden sich seit 30 Jahren nicht gesehen.“ Auch sie selbst traf Schulfreunde und alte Bekannte und schuf mit ihren Fotografien auch ein Porträt der Stadt. Denn sie fotografierte nicht nur die Bummler in der Stadt, sondern suchte die Menschen auch in ihren Lebensbereichen auf. Und so kommt auch der von der Arbeit verschmutzte Schlosser ins Bild, der Feuerwehrmann, die Krankenschwester, der Arzt, die Schuhverkäuferin, der Pastor.

Und ab und an hat sich auch der geliebte Hund oder das Pferd mit dem Reiter ins Foto gemogelt. Ganz ungeschoren blieb Susanne Wichmann bei ihrer Aktion auch körperlich nicht. Nachdem sie die sportlichen Mitglieder des Stockumer Sportvereins fotografiert hatte, musste sie eine Stunde Zumba mitmachen. „Das war schon anstrengend, aber auch sehr schön“. Überhaupt hat sie Witten ganz neu entdeckt, denn: „Die Vielfalt, das macht eine Stadt doch aus“, sagt Susanne Wichmann. Und deshalb werden die Tischdecken bei der Tafelmusik ein Abbild der Stadt sein.

Die Porträts werden zurzeit auf 150 m Tapetenrolle gedruckt. Jeder Tisch mit 3,50 m Länge, den das Stadtmarketing vermietet, wird alle Gesichter zeigen. Und wem sie da zu klein sind – oder der eigene Kopf gerade durch eine Schüssel Kartoffelsalat bedeckt ist – der kann alle Porträts noch einmal größer in aller Ruhe betrachten. Die StadtGalerie hat ein leer stehendes Ladenlokal im ersten Geschoss zur Verfügung gestellt. „Dort hänge ich die Porträts auf, stelle einen Stuhl in die Mitte und dann kann man sich ganz in Ruhe die Fotos anschauen“, sagt Susanne Wichmann.

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