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Synagoge: Warten auf Natursteine

BOCHUM Vielleicht liegen sie in einem Container in Antwerpen, vielleicht haben sie Israels Häfen noch gar nicht verlassen: Auf der Baustelle der Bochumer Synagoge herrscht Rätselraten um den Verbleib der restlichen Natursteine für Boden und Außenfassade.

von von Max Florian Kühlem

, 08.10.2007
Synagoge: Warten auf Natursteine

Die goldgelbe Kuppel der Synagoge.

Dass Natursteine von weit her kommen, ist laut Thomas Riese vom Architekturbüro Prof. Peter Schmitz nicht ungewöhnlich, und auch die Lieferschwierigkeiten sind erklärbar: In Israel sind derzeit viele Feiertage, in den Häfen hat zudem das Militär Vorrang. Und in Antwerpen, wo ein Teil der Lieferung bereits eingetroffen sein soll, wird wegen Terrorgefahr jeder Container einzeln gescannt.

Eröffnung wie geplant

"Die Synagoge wird am 16. Dezember eröffnet - egal wie", stellt Aleksander Chraga, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde jedoch klar. Im schlimmsten Fall sei die Westfassade dann noch unverkleidet, die Böden könnten alternativ auch mit Parkett ausgelegt werden.

Alle anderen Arbeiten verlaufen im neuen Gotteshaus, das neben dem Planetarium entsteht, nach Plan: "Trotz öffentlicher Ausschreibungen ist noch keine Firma Konkurs gegangen", betont Architekt Riese was heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Momentan setzen die Trockenbauarbeiten ein, Schreiner, Schlosser und Parkettleger treten den Dienst an. Rechts neben dem Eingang nimmt das Café Konturen an. Im Planetarium freut man sich, dass es bald eine Gastronomie mit Bistro-Küche in der Nachbarschaft gibt. Wie regelmäßig sie öffnen wird, steht allerdings noch in den Sternen - noch ist kein Pächter gefunden.

Rabbiner gesucht

Unklar ist ebenfalls, ob der neue Erich-Mendel-Platz und das weitere Umfeld bis zur Eröffnung gestaltet sein werden. Die Umsetzung liegt in der Hand der Stadt und die wertet gerade alle eingegangenen Angebote aus.

Immer noch auf der Suche ist die Gemeinde nach einem Rabbiner: "Das ist so schwierig, wie Ingenieure zu finden in Deutschland", sagt Aleksander Chraga augenzwinkernd. Der neue Rabbiner muss allerdings hohe Anforderungen erfüllen: Er sollte neben hebräisch auch fließend deutsch und russisch sprechen. Max Florian Kühlem