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Beginn der Friedens-Gespräche

Syrische Regierung und Opposition treffen sich in Genf

Genf Nach fünf Jahren Bürgerkrieg mit mehr als 250.000 Toten haben die langerwarteten Friedensverhandlungen für Syrien begonnen. Doch das Geduldsspiel geht weiter, am Freitag war zunächst nur die syrische Regierung vertreten. Die Opposition will nun zwar doch nach Genf - aber dort noch nicht verhandeln.

Syrische Regierung und Opposition treffen sich in Genf

Vertreter der syrischen Regierung kamen bereits am Freitag nach Genf, am Samstag wollen die wichtigsten Oppositionsgruppen hinzukommen.

UN-Sondervermittler Staffan de Mistura traf am Freitagnachmittag im Genfer Gebäude der Vereinten Nationen zu einem ersten Gespräch mit Unterhändlern des syrischen Regimes zusammen. Allerdings fehlten zunächst Vertreter der wichtigsten Oppositionsgruppen. Sie wollen nun zwar am Samstag in Genf anreisen, jedoch erst dann in Verhandlungen eintreten, wenn ihre humanitären Forderungen erfüllt sind.

Das Hohe Verhandlungskomitee der Opposition beschloss am Freitag in der saudischen Hauptstadt Riad nach eigenen Angaben, an einem „politischen Prozess“ teilzunehmen, um die Ernsthaftigkeit „der anderen Seite“ in Gesprächen mit Vertretern der Vereinten Nationen auf den Prüfstand zu stellen. Es habe zuvor Unterstützungszusagen von den UN und mehreren Ländern bekommen - darunter von Saudi-Arabien und sowie von US-Außenminisiter John Kerry.

Genf/New York Der syrische Bürgerkrieg geht in das sechste Jahr. Millionen sind vor der Gewalt geflohen, sie brauchen dringend Hilfe. Humanitäre Gruppen rufen alle Menschen in der Welt auf, ihre Stimme zu erheben - aber der pünktliche Start der Friedensverhandlungen ist weiter in Gefahr.mehr...

Komitee hat Vorbedingungen

Die Gespräche mit den UN-Vertretern in Genf sollten ein Auftakt zu einem Verhandlungsprozess sein, hieß es in der Erklärung. Die Ankunft der Delegation in der Schweiz werde an diesem Samstag erwartet, sagte Oppositionssprecher Ahmed Ramadan im türkischen Istanbul. Vor Verhandlungen müssten aber die Vorbedingungen der Opposition erfüllt werden. Das Riad-Verhandlungskomitee verlangt einen Stopp der Angriffe auf Zivilisten, ein Ende der Blockaden syrischer Städte sowie weitere Hilfslieferungen.

UN-Sondervermittler De Mistura rief die Regimegegner zur Teilnahme an den Verhandlungen auf. Die Opposition habe wichtige humanitäre Fragen angesprochen. Eine Verbesserung der Situation für die Menschen in Syrien lasse sich am besten in Genf diskutieren, sagte er am Abend nach einem ersten Gespräch mit der Delegation der syrischen Regierung.

Homs Am Freitag soll der Anfang vom Ende des blutigen syrischen Bürgerkriegs eingeläutet werden. Doch vor dem Beginn der Friedensgespräche in Genf sind noch Fragen offen. Im Land selbst geht die Gewalt weiter.mehr...

Stark bewaffnete Rebellengruppen

Seit Tagen gibt es einen Streit darüber, wer die Opposition bei den Gesprächen vertritt. In dem Verhandlungskomitee sind die wichtigsten Oppositionsgruppen vereint, darunter auch Vertreter starker bewaffneter Rebellengruppen. Unterstützt werden die Regimegegner vom Westen, aber auch von der Türkei und Saudi-Arabien.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan rief die syrische Opposition auf, nicht an den Friedensgesprächen teilzunehmen, solange es keinen Waffenstillstand gebe. Wie der Sender CNN Türk meldete, sagte Erdogan, eine Teilnahme an den Gesprächen zu den derzeitigen Bedingungen wäre ein „Verrat“ an den Kämpfern an der Front.

SELM Wie sieht es aus in Syrien, im Irak? Dort, wo viele Fronten verlaufen zwischen den IS-Kämpfern und ihren Gegnern? Ashwin Raman ist dort gewesen. Wir haben den preisgekrönten Dokumentarfilmer aus Selm begleitet - zu den letzten Schnitt-Arbeiten an seiner neuen Doku "Im Nebel des Krieges".mehr...

Verhandlungen sollen mindestens sechs Monate dauern

Misturas Fahrplan sieht vor, dass er zunächst getrennte „Annäherungsgespräche“ mit den Konfliktparteien führt. Damit will er den Weg für direkte Verhandlungen bahnen. Der UN-Sondervermittler rechnet damit, dass die Verhandlungen mindestens sechs Monate dauern.

Die Friedensgespräche zwischen Regime und Opposition unter UN-Vermittlung sollen den fünfjährigen Bürgerkrieg beenden. Der bei einem Treffen in Wien ausgehandelte Fahrplan der internationalen Gemeinschaft sieht vor, dass eine Übergangsregierung gebildet und eine Verfassung ausgearbeitet wird. Innerhalb von 18 Monaten soll es freie Wahlen unter Aufsicht der Vereinten Nationen geben.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 sind mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen. 4,6 Millionen Syrer sind nach UN-Angaben vor der Gewalt ins Ausland geflohen, weitere 6,6 Millionen Menschen im Land selbst vertrieben. 13,5 Millionen Syrer brauchen humanitäre Hilfe.

Von dpa

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