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Syrische Zeugen berichten über von „inszeniertem Anschlag“

Den Haag. Der mutmaßliche Giftgasangriff im syrischen Duma schürt die Spannungen zwischen West und Ost. Die OPCW-Ermittler suchen nach Spuren. Doch Russland wartet das Ergebnis nicht ab.

Syrische Zeugen berichten über von „inszeniertem Anschlag“

Mehrere der Syrer, die von Russland als vermeintliche Zeugen präsentiert wurden, nehmen in Den Haag an einer Pressekonferenz teil. Foto: Peter Dejong/AP

Russland hat etwa 15 angebliche syrische Zeugen präsentiert, nach deren Angaben in Duma kein Giftgas eingesetzt worden sein soll.

Es habe am 7. April keinen Angriff mit Chemiewaffen gegeben und auch keine Opfer, sagten übereinstimmend mehrere Männer am Donnerstag in Den Haag. Mehrere Personen gaben an, dass sie als Ärzte in dem Krankenhaus in Duma arbeiteten.

Am 7. April soll es in Duma Berichten zufolge einen Angriff mit Chemiewaffen auf Zivilisten gegeben haben. Ein Expertenteam der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ist zur Zeit in Syrien, um die Vorwürfe zu prüfen. Zweimal waren die Ermittler in Duma, um dort Proben zu sammeln. Dutzende Menschen sollen bei dem mutmaßlichen Angriff Berichten zufolge getötet worden sein. Westliche Staaten hatten Luftangriffe auf syrische Ziele damit gerechtfertigt.

Nach Ansicht Russlands beruhen die Berichte über einen Giftgasangriff auf Lügen. Das bewiesen die Aussagen der Zeugen, sagte der russische Botschafter in den Niederlanden, Alexander Schulgin. „Die Vorwürfe der westlichen Alliierten sind null und nichtig.“ Die Organisation Weißhelme habe ein Video mit vermeintlichen Opfern inszeniert. Die westliche Seite stuft die Gruppe von Rettungskräften als sehr zuverlässige Quelle ein.

Zu den präsentierten angeblichen Zeugen gehörte auch der elfjährige Junge Hassan Diab. Er war in dem Video weinend als Opfer zu sehen. „Im Krankenhaus schütteten sie Wasser über mich“, sagte der Junge. „Aber ich weiß nicht warum.“

Die präsentierten Augenzeugen hatten in ihren Aussagen die Ereignisse übereinstimmend geschildert. Sie nutzten zum großen Teil dieselben Sätze. Sie erklärten, dass sie aus freiem Willen nach Den Haag gekommen seien. Reporter konnten nicht ihre Identität überprüfen.

Die rund 15 Syrer hatten zuvor auch vor Diplomaten bei der OPCW ausgesagt. Westliche Staaten hatten das Treffen boykottiert. Der britische Botschafter Peter Wilson sprach von einer „Show“. Russland wolle damit die Arbeit der OPCW untergraben.

In einer gemeinsamen Erklärung hatten sich 18 westliche Staaten, darunter die USA, Großbritannien, Frankreich und auch Deutschland, von dem Treffen distanziert und von einer „groben Propaganda-Übung“ gesprochen. Auch die OPCW hatte Russland kritisiert und aufgefordert, auf die Veranstaltung zu verzichten.

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