Szene im Unnaer Supermarkt bringt Mutter vor Gericht

Frau zerrt Kind hinter sich her

Ein Kind quengelt, die Mutter will eigentlich nur den Einkauf in einem Unnaer Supermarkt über die Bühne bringen. Es kommt zu einer handgreiflichen Szene. Diese bringt die Mutter vor Gericht – und in Erklärungsnot.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 29.06.2018, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Justiz musste sich mit einer jungen Unnaerin beschäftigen. Sie stand im Verdacht, ihr Kind misshandelt zu haben. Foto: Archiv

Die Justiz musste sich mit einer jungen Unnaerin beschäftigen. Sie stand im Verdacht, ihr Kind misshandelt zu haben. Foto: Archiv © picture alliance / dpa

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. Der unsanfte Umgang einer jungen Mutter mit ihrem quengelnden Kind ließ Kunden eines Supermarktes in Unna aufmerken. Sie verständigten die Polizei. Nun hatte der Zwischenfall ein Nachspiel vor Gericht.

Eltern kennen Situationen wie diese: Der Tag ist stressig, vollgepackt mit Terminen. Das Kind ist müde, jammert und will etwas haben, das es nicht bekommen soll – wie zum Beispiel süße Limo. Es kommt zur Kraftprobe. Der Nachwuchs wirft sich auf den Boden, heult und zetert. Zeugen schwanken zwischen Verständnis und Empörung.

Ganz ähnlich dürfte die Szene ausgesehen haben, die sich Ende Dezember in einem Supermarkt in Königsborn abspielte. Allerdings empfanden die Beobachter das Verhalten der jungen Mutter als nicht hinnehmbar. Sie zerrte ihren kleinen Sohn, der letztlich am Boden lag, am Arm hinter sich her. Die Polizei wurde eingeschaltet und die 22-Jährige aus Unna musste sich daraufhin auf ein Verfahren wegen Körperverletzung einstellen.

Im Prozess bestätigte eine Zeugin nun den Vorwurf gegen die junge Frau. Die 22-Jährige selbst stellte das Ganze mehr oder weniger als Versehen dar. Ihr Sohn, den sie am Arm gehalten habe, habe sich fallen lassen. Da sie gerade gelaufen sei, habe sie nicht schnell genug stoppen können. Der Richter jedoch insistierte: „Ich glaube Ihnen nicht, dass Sie nicht früher hätten stoppen können.“ Gleichzeitig zeigte er aber auch Verständnis für die Stresssituation. Die Unnaerin erklärte daraufhin, dass ihr Sohn ein sehr anstrengendes Kind sei und deshalb auch Frühförderung erhalte. „Es ist nicht immer ganz einfach mit ihm.“ Und: „Es war ein stressiger, blöder Tag.“

„Ich glaube nicht, dass es hier erforderlich ist, zu sanktionieren. Auch wenn es nicht ganz korrekt war“, zeigte sich der Richter letztlich überzeugt. Zumal die junge Mutter, anders als viele andere Eltern in ihrer Situation, Hilfe in Anspruch nehme. Das Verfahren wurde ohne Auflagen eingestellt. „Rückblickend“, wandte sich der Richter an die Unnaerin, „würden Sie sicherlich auch sagen, war es nicht so richtig.“ Ein zustimmendes Nicken war die Antwort.