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Tag der offenen Klöster: Keine Angst vor lebenslänglich?

Düsseldorf. In NRW machen Ordensgemeinschaften in Zeiten großer Nachwuchsprobleme zunehmend auf das Leben im Kloster aufmerksam - etwa am „Tag der offenen Klöster“ diesen Samstag oder durch singende Mönche und „Ora et Labora Wochen“.

Ein Leben im Kloster ist für die meisten Menschen kaum vorstellbar. „"Sister Act" und "Um Himmels Willen" kennen alle. Ein Kloster von innen hat kaum jemand gesehen“, sagt Schwester Elisabeth von den Augustiner Chorfrauen Essen der dpa. Die Augustinerinnen und weitere Ordensgemeinschaften bundesweit geben an diesem Samstag mit einem „Tag der offenen Klöster“ einen Einblick in das Leben im Konvent.

Die Deutsche Ordensoberenkonferenz (DOK) will angesichts des dramatischen Mitgliederschwunds auf die Vielseitigkeit der klösterlichen Aufgaben hinweisen. Bundesweit laden 230 Klöster ein, in Nordrhein-Westfalen sind es etwa 50. „Es ist schmerzlich und ein Verlust für unsere Gesellschaft, dass viele Orden große Nachwuchsprobleme haben“, sagt der Münsteraner Bischof Felix Genn auf dpa-Anfrage. In Deutschland gibt es laut DOK etwa 15 000 Ordensfrauen und 3800 Ordensmänner - Tendenz stark sinkend.

Vor allem finden immer weniger junge Menschen den Weg ins Kloster: Nur knapp die Hälfte aller Ordensmänner ist unter 65 Jahre alt - bei den Frauen sind es sogar nur 16 Prozent. „Ordensleben beruht auf einer starken inneren Bindung und Verbindlichkeit - die scheinen heutige Menschen immer weniger aufbringen und durchhalten zu können“, sagt Schwester Teresa aus der Abtei Varensell bei Gütersloh.

Bei den Augustinerinnen in Essen sieht das anders aus: Schwester Elisabeth ist mit 28 die jüngste Nonne. 2015 kam sie ins Kloster - weil sie sich von Gott berufen fühlte, sagt sie. „Natürlich ist es eine Lebensform, die sich junge Leute meist nicht vorstellen können, aber ich kann mich einsetzen und mein Leben hingeben.“

Modernes Klosterleben könne neben Beten und Meditation auch bedeuten, seelsorgerische Aufgaben zu erfüllen und sich in sozialen Einrichtungen zu engagieren, sagt DOK-Sprecher Arnulf Salmen. „Wir wollen zeigen, dass Klöster auch im 21. Jahrhundert relevant sind“.

Auch die Mönche des Zisterzienserklosters Stiepel in Bochum bereiten sich auf Besucher vor. Die Mönche haben schon vor einigen Jahren öffentlich auf das Leben im Kloster aufmerksam gemacht und mit der CD „Chant - Music for Paradise“ 2008 die britischen Charts gestürmt.

Die Benediktinerinnen in der Abtei Varensell öffnen ebenfalls ihre Türen - und laden außerdem regelmäßig zu einer „Ora et Labora Woche“ ein. Interessierte Frauen können hier für ein paar Tage den Rhythmus im Kloster kennenlernen.

Trotz sinkender Mitgliederzahlen sieht Arnulf Salmen die Klöster keineswegs am Abgrund - auch wegen der Initiative vieler Konvente: „Wir erleben ein großes Interesse am Klosterleben, eine Sehnsucht nach Spiritualität und authentisch gelebtem Christentum.

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