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Taliban-Angriff auf Parlament in Kabul abgewehrt

Kabul (dpa) Die Taliban greifen im politischen Herzen der afghanischen Hauptstadt an - und versuchen, das Parlament zu stürmen. In Kabul werden sie diesmal zurückgeschlagen. In Kundus sind sie auf dem Vormarsch.

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Die Taliban haben das afghanische Parlament in Kabul angegriffen. Foto: Hedayatullah Amid

Nach der Explosion stehen Polizisten in Kabul um einen Krater. Foto: Jawad Jalali

Das Parlament in Kabul wurde von mehreren Explosionen erschüttert. Foto: Hedayatullah Amid

Afghanische Polizisten sichern den Ort des Anschlags. Foto: Hedayatullah Amid

Die radikalislamischen Taliban übernahmen die Verantwortung für den Angriff. Foto: Hedayatullah Amid

Die Darulaman-Straße, die zum Parlament führt, wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt. Foto: Jawad Jalali

Beim Sturm eines Taliban-Kommandos auf das afghanische Parlament sind alle acht Angreifer und zwei Zivilisten getötet worden. Zunächst sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto am Westtor des Parlamentsgeländes in die Luft, um seinen Mitkämpfern Zugang zu verschaffen.

Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, sagte: «Sieben Angreifer, die versuchten, das Parlamentsgebäude zu stürmen, wurden alle durch Sicherheitskräfte getötet.» Abgeordnete seien nicht zu Schaden gekommen.

Ein Polizeisprecher sagte, ein Kind und eine Frau seien bei der Detonation der Autobombe getötet worden. Nach Krankenhausangaben wurden mehr als 30 Zivilisten verletzt.

Kabuls Polizeichef Abdul Rahman Rahimi sagte, die Angreifer seien beim Eindringen in das Gelände von Polizisten in Kämpfe verwickelt worden und in ein nahe gelegenes Gebäude geflohen. Von dort aus hätten sie sich Gefechte mit den Sicherheitskräften geliefert. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. «Das Parlamentsgebäude ist unter schwerem Angriff der Mudschaheddin und ist umstellt worden», teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid über Twitter mit.

Im Parlament wollte sich am Montag der designierte Verteidigungsminister Masum Staniksai vorstellen. Zudem hätte am Montag die neue Legislaturperiode des Parlaments begonnen. Da es bislang keine Wahlen gab, verlängerte Präsident Aschraf Ghani die derzeitige Sitzungsperiode in einem umstrittenen Schritt auf unbestimmte Zeit. Der Außenpolitik-Experte der Grünen im Bundestag, Omid Nouripour, warnte mit Blick auf den Angriff und auf die verschobene Wahl: «Es droht ein politisches Vakuum in Afghanistan.»

In einem Fernseh-Mitschnitt aus der Parlamentssitzung war eine laute Detonation zu hören. Anschließend schrien Menschen, Staub wirbelte auf. In der Nähe des Parlaments waren Explosionen und Schüsse zu hören. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Abgeordnete aus dem Gebäude flohen. Die Darulaman-Straße, die zum Parlament führt, wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt.

Am früheren Bundeswehr-Standort Kundus setzten die Taliban ihren Vormarsch unterdessen fort. In der Provinz eroberten die Aufständischen am Montag weitgehend den Bezirk Dascht-e-Archie, wie Distriktgouverneur Nasruddin Sayedi sagte. «Die Gefechte zwischen Extremisten und Sicherheitskräfte dauerten die Nacht über an, bis er am frühen Morgen an die Taliban fiel.» Die Regierung habe die erbetene Verstärkung nicht geschickt.

Damit ist der zweite von sieben Distrikten in der Provinz unter Kontrolle der Taliban. Am Wochenende war es ihnen gelungen, Char Darah einzunehmen, wo mehrere deutsche Soldaten gefallen waren. Die Bundeswehr war im Oktober 2013 aus Kundus abgezogen.

Die Taliban haben im April ihre Frühjahrsoffensive begonnen. Die afghanischen Sicherheitskräfte sind weitgehend auf sich selber gestellt, seit der Nato-Kampfeinsatz Ende vergangenen Jahres auslief.

Video mit Explosion

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