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Tote und Verletzte

Taliban attackieren Ausflugshotel bei Kabul

Kabul Es ist ein beliebter Ausflugsort vor den Toren Kabuls. Vor allem reiche Afghanen verbringen am See in Kargah gerne ihr Wochenende. Den radikal-islamischen Taliban ist das ein Dorn im Auge. Sie greifen an und töten mindestens 19 Menschen - bevor sie von afghanischen Sicherheitskräften getötet werden.

Taliban attackieren Ausflugshotel bei Kabul

Nach dem Angriff auf ein Hotel in Kabul durchsuchen Sicherheitskräfte das Gebäude. Foto: S. Sabawoon

Kämpfer der Taliban haben in der Nacht zum Freitag ein Ausflugshotel vor den Toren der Hauptstadt Kabul angegriffen und sich darin verschanzt. Wie Polizei und Nato am Morgen mitteilten, lieferten sie sich über Stunden ein heftiges Feuergefecht mit afghanischen Sicherheitskräften und ausländischen Truppen, bevor die Taliban-Kämpfer durch gezielte Schüsse getötet werden konnten.

23 Menschen kamen ums Leben. Darunter befänden sich alle vier Angreifer, sagte Kabuls Polizeichef Ajub Salangi nachdem der Angriff niedergeschlagen war. Auch 15 Zivilisten, drei Wachleute und ein Polizist seien getötet worden. Den Angaben zufolge hielten sich rund 400 Menschen in dem an einem See gelegenen Anwesen in Kargah auf, als es in der Nacht attackiert wurde.

Während rund 40 Hotelgäste nach Angaben der Behörden schnell in Sicherheit gebracht werden konnten, waren am Vormittag noch Dutzende andere in dem Hotel eingeschlossen. „Die Aufständischen benutzen die Zivilisten als menschliche Schutzschilde“, sagte Sedik Sedikki, Sprecher der Innenministeriums in Kabul, der Nachrichtenagentur dpa, während der Angriff noch lief.Nach Angaben des Kabuler Polizeichefs Ajub Salangi waren die Taliban gegen Mitternacht in das Spozmai-Hotel in Kargah eingedrungen. „Zunächst hat die Polizei aus Angst um die Sicherheit der Gäste nicht eingegriffen“, sagte er der dpa. Am frühen Morgen hätte dann der Einsatz zur Rettung der Gäste begonnen. Die Nato bestätige eine Beteiligung internationaler Truppen. Der Einsatz wurde  von afghanischen Kräften geführt und durch ausländische Truppen unterstützt, sagte Major Adam Wojack.

  Die Taliban übernahmen die Verantwortung für den Angriff. Er habe Afghanen und Ausländern gegolten, die das Hotel für „wilde Partys“ vor dem Freitagsgebet missbrauchten. Das an einem See gelegene Kargah ist ein beliebtes Ausflugsziel rund 25 Kilometer westlich von Kabul. Afghanen verbringen dort gern den arbeitsfreien Freitag. Außenminister Guido Westerwelle verurteilte die Tat und bedauerte den Verlust von Menschenleben. Deutschland werde seine Politik in Afghanistan aber nicht ändern, versicherte er bei einem Besuch im südindischen Bangalore. „Der Terror wird uns nicht davon abbringen, für eine bessere, friedliche Zukunft für Afghanistan zu arbeiten.“

 Zuletzt hatte es in Afghanistan verstärkt Anschläge gegeben. Erst am Mittwoch hatte sich ein Selbstmordattentäter auf einem Markt im Osten des Landes neben einer Nato-Patrouille in die Luft gesprengt. Dabei waren mindestens drei US-Soldaten und zahlreiche afghanische Zivilisten getötet worden. Anfang Juni waren bei einem Doppelanschlag im südlichen Kandahar mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen.

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