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Tanzen hält Senioren fit - körperlich und geistig

Verblüffende Studie

Tanzen macht fit: Neurobiologe Jan-Christoph Kattenstroth arbeitet schon seit längerer Zeit an Studien, die den positiven Effekt des Tanzens vor allem auf Senioren nachgewiesen haben – nicht nur, was die körperliche Fitness angeht, sondern auch die geistige Leistungsfähigkeit.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 02.04.2013
Tanzen hält Senioren fit - körperlich und geistig

Dr. Jan-Christoph Kattenstroth testete mit dem Frankfurter-Aufmerksamkeits-Inventar auch die Gedächtnisleistung der tanzenden Senioren.

Der Tanz-Studie vorangegangen waren Erkenntnisse aus Untersuchungen mit Ratten: „Eine Gruppe hielt man in Standardkäfigen, die andere in besonders großen, toll eingerichteten Käfigen mit anspruchsvollen Wegen – man nennt das enriched environment“, erklärt Jan-Christoph Kattenstroth. Im Vergleich war die zweite Ratten-Gruppe im Alter viel leistungsfähiger, auch was plastische Prozesse im Gehirn angeht.

Bloß: Wie diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen? „Wir haben eine Form der Bewegung gesucht, die fordert, aber nicht überfordert, die die kognitiven Fähigkeiten trainiert und Spaß macht“, sagt der junge Forscher. „Man landet da beim Tanzen: Das ist physische und kognitive Aktivität, es hat eine musische, soziale und sogar erotische Komponente.“ Mit einer dem demographischen Wandel geschuldeten, extra auf ältere Menschen zugeschnittenen Studie kam das Team um die RUB-Neurowissenschaftler PD Hubert Dinse (Institut für Neuroinformatik) und Prof. Martin Tegenthoff (Klinik für Neurologie, Bergmannsheil) zu verblüffend klaren Ergebnissen.

Die Voraussetzungen: Während 25 Teilnehmer zwischen 60 und 94 Jahren über sechs Monate einmal pro Woche eine Stunde lang tanzten, erhielt eine Kontroll-Gruppe in der Zeit keinen Tanzkurs. Das Ergebnis: Während sich bei der Kontrollgruppe nach sechs Monaten keine Veränderungen zeigten, stellten die Forscher bei den Tänzern signifikante Verbesserungen in den Bereichen Kognition, Reaktionszeit, motorische und sensorische Leistungsfähigkeit, Stand, Balance und Lebensstil fest. Lediglich die Parameter Intelligenz und Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit veränderten sich nicht. Interessant ist dabei: Bei Profitänzern, die teils mit 72 Jahren noch über fünf Stunden in der Woche tanzten, stellte sich der generalisierte Effekt so nicht ein. Wie in vielen Bereichen ist also die Dosis entscheidend. Jan-Christoph Kattenstroth: „Es ist nie zu spät, mit dem Tanzen zu beginnen!“