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Tartes sind einfach und schnell selbst gemacht

Fribourg/Berlin (dpa/tmn) Sie sehen verführerisch aus und schmecken wunderbar frisch: Tartes sind in Frankreich beinah eine Nationalspeise. Und auch in Deutschland werden die flachen Kuchen immer beliebter.

Tartes sind einfach und schnell selbst gemacht

Auch kleine Tarteletts lassen sich mit frischen Früchten belegen - zum Beispiel mit Erdbeeren und gehackten Pistazien. (Bild: Albrechts Patisserie/dpa/tmn)

«Das Tolle an Tartes ist, dass man sie ganz einfach und ohne großen Aufwand selber machen und sie auch wunderbar schnell für Partys bereit haben kann», erklärt Christina Richon, Kochbuchautorin aus dem schweizerischen Fribourg, den Erfolg der französischen Leckerei. Sie seien eine leichte Variante der deutschen, eher schweren Kuchen, außerdem abwechslungsreich: «Je nach Belag gibt es süße und herzhafte Tartes - der eigenen Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt.»

Ursprünglich war das flache Gebäck, wie «Tarte» wörtlich übersetzt heißt, vermutlich eine Art Reste-Essen, für das man einfach den vom Backtag übrig gebliebenen Teig nahm. «Das Grundrezept ähnelt sich daher noch immer: entweder verwendet man Mürbeteig oder Blätterteig», sagt Stephanie Albrecht, Konditormeisterin aus Berlin. Entscheidend ist demnach allerdings, dass der Teig meist ohne Salz und Zucker, also geschmacksneutral, hergestellt und nur wenige Millimeter dick in der Form ausgelegt wird. Erst der Belag macht dann den Unterschied.

Zu den süßen Klassikern gehören Tarte aux pommes mit Äpfeln, Tarte aux cerises für Kirschfreunde oder die Himbeer-Variante Tarte aux framboises. «Dabei muss man jedoch vorsichtig sein, weil man die verschiedenen Obstsorten nicht alle gleich lang backen kann», sagt Manfred Podlesny, Konditormeister und Ehrenmitglied der Berliner Konditoreninnung.

Während also eine Tarte mit festeren Äpfeln, Birnen oder Pflaumen erst belegt und dann in den Ofen geschoben wird, geht man bei weicheren Früchten wie Himbeeren, Kiwi, Erdbeeren und Orangenscheiben anders vor. Werden sie die gesamte Zeit mitgebacken, würden sie viel zu weich und verlören Flüssigkeit und Geschmack, erläutert der Experte. «Deswegen backt man den Teig in diesen Fällen bei 190 Grad für rund 15 Minuten.» Erst dann können die frischen Früchte auf den noch warmen Boden gelegt werden.

Wem das zu simpel ist, der bestreicht den Tarteteig zuerst mit einer Vanillecreme oder einem Vanillepudding und legt dann die Früchte drauf. Eine andere Variante ist, die gesamte Tarte noch mit einem Guss aus Sahne, Eiern und Zucker zu übergießen. «Dadurch wird sie cremiger, fester und süßer», erklärt Albrecht.

Anstelle eines solchen Gusses lassen sich die Früchte aber auch abglänzen, also mit einem Fruchtgelee überziehen. Ein Muss ist solch ein Überzug aber nicht. «Das Gebäck sieht so einfach attraktiver aus, es ist also lediglich eine optische Sache», sagt Albrecht.

Als Hauptspeise eignen sich deftig belegte Tartes. «Klassischerweise kommen auf den Teig Gemüse, Thunfisch oder Fleisch», sagt Podlesny. «Diese Masse wird mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss gewürzt, auf den Teig gelegt, mit Käse wie Edamer oder Parmesan bedeckt und schließlich bei 220 Grad für 12 bis 14 Minuten gebacken.» Gemüse wie Möhren oder Mais wird besser vorher blanchiert.

Richon macht auch bei den deftigen Varianten Mut zum Ausprobieren. «Sehr lecker sind beispielsweise Speckscheiben mit Basilikum, orientalisches Couscous mit Granatapfelsirup, Ziegenfrischkäse mit Knoblauch-Lavendel-Sirup oder Salat mit Gorgonzola.» Dabei kann man sich ganz von den eigenen Vorlieben leiten lassen.

Literatur: Delphine de Montalier: Tartes & Quiches: Die 147 besten Rezepte, Christian, ISBN-13: 978-3-884-72712-6, 14,95 Euro; August Oetker: Tartes, Dr. Oetker, ISBN-13: 978-3-767-00912-7, 7,95 Euro; Christina Richon: Quiches, Cakes & Tartes. Gräfe und Unzer, ISBN-13: 978-3-833-80980-4, 9,90 Euro

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