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Rekord-Folge aus Münster

"Tatort-Kommissare" wünschen sich schwulen Kollegen

MÜNSTER Der Münster-"Tatort" am vergangenen Sonntag ist eine der meistgesehenen Krimi-Folgen der letzten 20 Jahre. Die Fernseh-Kommissare Thiel und Boerne gaben sich darin als schwules Paar aus. Einige Stars der Reihe wünschen sich allerdings einen "echten" homosexuellen Ermittler.

"Tatort-Kommissare" wünschen sich schwulen Kollegen

Die "Tatort"-Kommissare Boerne (Liefers,l.) und Thiel (Prahl) in Münster.

Der am Sonntag ausgestrahlte "Tatort" aus Münster ist einer der meistgesehenen in den vergangenen 20 Jahren gewesen. Im Schnitt 13,01 Millionen schalteten ab 20.15 Uhr den Krimi "Erkläre Chimäre" ein.

In der Folge gaben sich das Ermittler-Duo Frank Thiel (Axel Prahl) und Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) als schwules Paar aus.

Seit 1992 war nur die Folge "Mord ist die beste Medizin" aus Münster erfolgreicher.

Zeit für einen schwulen Kollegen 

"Tatort"-Kommissare sehen die Zeit gekommen für einen schwulen Kollegen. "Ich glaube schon, dass auch das Publikum einen schwulen Kommissar oder eine lesbische Kommissarin akzeptieren würde. Das könnte ja auch sehr interessante Situationen ergeben", sagte Axel Prahl (55) der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Bisher gibt es nur im „Tatort“ aus dem schweizerischen Luzern eine homosexuelle Figur, die lesbische Kommissarin Liz Ritschard (Delia Mayer). 

Prahls Schweizer Schauspieler-Kollege Stefan Gubser (57) alias Reto Flückiger pflichtete ihm bei: "Ein schwuler Kommissar würde dem „Tatort“ sicher eine neue Farbe verleihen und das kann nie schaden", sagte Gubser der "NOZ". "Außerdem wäre es doch wunderbar, wenn eine so große Community auch im „Tatort“ vertreten wäre."

Episode als Statement 

Prahl hatte gesagt, dass er die Episode vom Sonntag durchaus als Statement für das Eherecht auch für gleichgeschlechtliche Paare sehe: "Jeder muss selbst wissen und entscheiden können, wie er glücklich wird, deswegen befürworte ich natürlich die Homo-Ehe."

Seit Irland in einem Referendum für die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften gestimmt hat, ist die Diskussion über einen solchen Schritt auch in Deutschland wiederbelebt. Vor allem die christlich geprägten Unionsparteien tun sich aber damit schwer.

Auch Prahls Co-Star Jan Josef Liefers (50) hatte seine Meinung zur Ehe für alle kundgetan. In einem "Bild am Sonntag"-Interview äußerte er: "Es wäre mir lieber gewesen, Deutschland wäre den Schritt vor Irland gegangen, gleichgeschlechtliche Ehen gleichzustellen. Wir waren mal sehr fortschrittlich in diesen Fragen."

Darum ging es im "Tatort"

Im Kern des aktuellen TV-Falls aus Münster ging es um einen jungen toten Brasilianer. Bei den Ermittlungen gab es Spuren zu einem Weinhändler und eine Verbindung zu Boernes schwulem Erbonkel.

Bei den Zuschauern stieß der Fall wieder auf viel Gegenliebe, aber auch Kritik. Manche freuten sich über den außergewöhnlichen Auftritt der Ermittler, andere sahen darin zu viel Klamauk.

Unterschiedliche Kritik 

Der Film vom Sonntag war der 27. Fall aus Münster seit 2002. Die Presse hatte den Krimi vorab unterschiedlich rezensiert. "Spiegel Online" schrieb etwa: "Auch wenn die Darsteller Liefers und Prahl, großes Lob immerhin dafür, allzu tuckiges Verhalten vermeiden, geht diese umgekrempelte Version von „Charleys Tante“ an keiner Stelle auf."

Die "taz" meinte dagegen: "Falls man das Wörtchen „altbacken“ also auch irgendwie nett meinen kann, dann sind die Münsteraner Fälle auf ganz wunderbare Art etwas trutschig."

von dpa  

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