Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Tausende frühere Air-Berlin-Beschäftigte haben neuen Job

Berlin. 80 Prozent der Mitarbeiter hätten gute Job-Aussichten, sagten die Manager nach der Insolvenz. Jetzt zeigt sich: Das war vermutlich übertrieben.

Tausende frühere Air-Berlin-Beschäftigte haben neuen Job

Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air Berlin stehen auf einer Fluggasttreppe nach der Landung der letzten Maschine. Foto: Gregor Fischer/Archiv

Gut ein halbes Jahr nach dem letzten Flug der Air Berlin haben mindestens 3140 der rund 8000 früheren Mitarbeiter der insolventen Airline einen neuen Arbeitsplatz. Hunderte weitere hoffen, durch ein Einstellungsprogramm bei Easyjet und über Transfergesellschaften eine neue Stelle zu finden. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeitsagenturen sind zuversichtlich, dass zahlreiche weitere Ex-Air-Berliner wieder in Lohn und Brot kommen.

„Im Großen und Ganzen ist es uns nicht bange um diese Mitarbeiter“, sagte Christoph Möller, Leiter der Arbeitsagentur Berlin-Nord und Mitglied im Air-Berlin-Gläubigerausschuss. Eine neue Beschäftigung habe bis jetzt etwa jeder zweite Mitarbeiter gefunden, der sich gemeldet habe. Vom Alter und der Qualifizierung her seien sie für Unternehmen interessant, darunter seien etwa Fachleute für Buchhaltung, Marketing und Personalmanagement. „Und die Berliner Wirtschaft ist im Moment sehr aufnahmefähig.“

Ähnlich die Auskunft in Düsseldorf, dem zweiten großen Air-Berlin-Standort: „Die Air-Berliner in NRW haben überwiegend wieder in Arbeit gefunden“, sagte Silke Uellendahl, die Sprecherin der dortigen Arbeitsagentur. Von gut 2750, die sich gemeldet haben, würden noch rund 730 beraten und vermittelt.

Mehr als 2000 frühere Mitarbeiter von Air Berlin hat Eurowings eingestellt, vor allem Kabinen-Crews und Piloten. Die Lufthansa-Tochter will weitere Leute anheuern. „Jeder, der möchte, kann sich gerne jederzeit bei Eurowings bewerben“, betonte eine Sprecherin.

Auch beim zweiten großen Air-Berlin-Käufer Easyjet laufen noch Bewerbungsgespräche. 150 Piloten und Kabinenmitarbeiter von Air Berlin fliegen für die britische Gesellschaft, in den nächsten Wochen kommen 280 hinzu, bis September dann weitere 450.

Easyjet hatte mit der Gewerkschaft Verdi vereinbart, rund 1000 Ex-Air-Berliner einzustellen. Hält Easyjet Wort, wären dann alles in allem mindestens 3840 frühere Mitarbeiter der einstiegen zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft versorgt.

Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, weil noch andere Arbeitgeber als die Käufer der Air Berlin in Frage kommen und sich längst nicht alle 8000 Air-Berliner arbeitslos gemeldet haben, insbesondere die Piloten. Eine abschließende Zahl lässt sich daher nicht nennen.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte jahrelang Verluste geschrieben und im August Insolvenz angemeldet. Ende Oktober ging der letzte Flug. Die Verantwortlichen betonten im Herbst, es gebe gute Perspektiven für 80 Prozent der Beschäftigten.

„Es war damals schon klar, dass das nicht stimmen kann“, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. Nach seinen Angaben haben 930 Beschäftigte des Bodenpersonals und 600 Techniker Verträge mit den Transfergesellschaften geschlossen. Etwa 130 Frauen und Männer sind nach Angaben des Insolvenzverwalters noch bei Air Berlin beschäftigt, um die Fluggesellschaft abzuwickeln.

250 Technik-Mitarbeiter waren zum Käufer Nayak gegangen, 90 Beschäftigte des Frachtplatzvermittlers Leisure Cargo zum Käufer Zeitfracht. Die Lufthansa übernahm zudem die Air-Berlin-Tochter Luftfahrtgesellschaft Walter mit 400 Beschäftigten. Offen ist noch, wie viele Arbeitsplätze nach der Insolvenz der Tochter Niki letztlich beim neuen Eigentümer Laudamotion erhalten bleiben.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

NRW

Hannover 96 holt Beckenbauer-Enkel von Schalke in seine U19

Hannover. Fußball-Bundesligist Hannover 96 hat Luca Beckenbauer für seine U19-Mannschaft verpflichtet. Der Enkel von Franz Beckenbauer verlässt nach zwei Jahren die Kaderschmiede des FC Schalke 04 und schließt sich den Niedersachsen an, wie 96 am Donnerstagabend mitteilte. Der 17 Jahre alte Innenverteidiger begann mit dem Fußballspielen beim FC Bayern München - dem Club, bei dem sein Großvater, Weltmeister von 1974 und 1990, Ehrenpräsident ist. Luca Beckenbauer war im Sommer 2016 nach dem Tod seines Vaters Stephan Beckenbauer, der im August 2015 einem Hirntumor erlag, vom FC Bayern München nach Gelsenkirchen gewechselt.mehr...

NRW

Golfprofi Kaymer zum Turnier-Auftakt in Pulheim auf Rang 23

Pulheim. Deutschlands Golfstar Martin Kaymer ist ein guter Start ins European-Tour-Turnier in Pulheim bei Köln gelungen. Der 33-Jährige aus Mettmann spielte am Donnerstag eine 72er-Auftaktrunde und lag damit auf dem geteilten 23. Rang. Die Führung bei der mit zwei Millionen Euro dotierten BMW International Open übernahmen Sébastien Gros aus Frankreich mit 68 Schlägen.mehr...

NRW

Deutsche Hockey-Damen verlieren Test gegen Irland 1:2

Velbert. Deutschlands Hockey-Damen haben die erste Partie einer Testspielserie zur WM-Vorbereitung 1:2 (0:1) gegen Irland verloren. Die Kölnerin Hannah Gablać erzielte am Donnerstagabend in der 57. Minute in Velbert bei Wuppertal den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer für die Gastgeberinnen.mehr...

NRW

Noch kein Durchbruch bei Kaufhof-Tarifgesprächen

Frankfurt. Bei den Verhandlungen über einen Sanierungs- und Beschäftigungstarifvertrag für die angeschlagene Warenhauskette Kaufhof hat es auch am Donnerstag keinen Durchbruch gegeben. Die Vertreter von Verdi und die Kaufhof-Führung hätten sich in Frankfurt noch nicht abschließend auf ein Eckpunktepapier zu Zielen und Grundsätzen für die Sanierung einigen können, teilten beide Seiten mit.mehr...

NRW

Harald Schmidt ist jetzt Familien-Chauffeur

Köln. Entertainer Harald Schmidt (60) nimmt grundsätzlich nur noch Termine wahr, auf die er sich nicht vorbereiten muss. Im übrigen betätige er sich zuhause: „Ich bin so'n bisschen Familien-Chauffeur“, sagte der ehemalige Late-Night-Talker am Donnerstag bei einer Veranstaltung im Kölner Domforum. Seine fünf Kinder seien jetzt zwischen 25 und 13 Jahren alt.mehr...

NRW

Start des freien Dauerkarten-Verkaufs beim HSV

Hamburg. Der freie Dauerkarten-Verkauf beim Hamburger SV für die erste Saison in der 2. Fußball-Bundesliga ist am Donnerstag gestartet. Die letzte Verkaufsphase endet am 2. Juli. Mehr als 20 000 Dauerkarten-Inhaber der Vorsaison hatten trotz des ersten Bundesliga-Abstiegs nach 55 Jahren bereits bis zum 6. Juni ihre Tickets verlängert. Über 1000 HSV-Mitglieder nutzten an den vergangenen beiden Tagen ihr Vorkaufsrecht.mehr...