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Taylor Swift poliert ihr Image auf

New York. Ist der Ruf erst ruiniert... wirft man einfach ein neues Album auf den Markt. An der seit Jahren laufenden Fehde mit Kanye West hatte die alte Taylor Swift offenbar noch zu knapsen. „Reputation“ soll nun zeigen, dass die neue Taylor Swift eine ganz andere ist.

Taylor Swift poliert ihr Image auf

Die Songs von Taylor Swift sind deutlich kraftvoller geworden. Foto: John Salangsang/Invision

Den uralten Stress mit Kanye West kann sie dann irgendwie doch nicht ruhen lassen. „Ich mag deine Spielchen nicht / Ich mag deine schiefe Bühne nicht“, singt Taylor Swift. „Die Rolle des Trottels, die du mich hast spielen lassen / Nein, ich mag dich nicht.“

Der Titel „Look What You Made Me Do“ auf ihrem neuen Album „Reputation“ ist eine offensichtliche Abrechnung an die Adresse des Rappers. Und ihre „Reputation“, also ihren Ruf und ihr Ansehen, scheint sie nun etwas geraderücken zu wollen.

Kurzer Rückblick: West hatte Swift in seinem Track „Famous“ als „Schlampe“ bezeichnet und erklärt, dass sie ihren Ruhm ja nur ihm verdanke. Im dazugehörigen Video war eine Swift-Gestalt nackt im Bett neben West zu sehen. Als Wests Frau Kim Kardashian im Juli 2016 dann auch noch den Mitschnitt ein Telefonats veröffentlichte, in dem Swift den Titel gutzuheißen und für die Absprache unter Musikern zu danken schien, war sie bloßgestellt. Swift sprach anschließend von „Rufmord“ und beteuerte, den Song vorab nie vollständig gehört zu haben.

Was genau die Hintergründe des Telefonats auch gewesen sein mögen - die poppige Blondine aus Pennsylvania wird das Handy künftig wohl lieber links liegen lassen, wenn Kanye klingelt. „Es tut mir leid, die alte Taylor kann jetzt gerade nicht ans Telefon kommen“, singt sie. „Warum? Oh, weil sie tot ist.“ In dem 15 Songs zählenden, meist kraftvollen und tanzbaren Album will Swift sich neu erfunden haben. Neben der Frage, was die neue Taylor Swift von der alten unterscheidet, geht es um Beziehungen, Freundschaft und Männer.

Und Swift hat sich Verstärkung geholt, von den Produzenten Max Martin und Jack Antonoff sowie von ihren Kollegen Ed Sheeran und Future, die bei „End Game“ mitsingen. Die Songs sind dadurch deutlich kraftvoller geworden, mit viel Sprechgesang und Dance-Beats. Stimme und Texte aber klingen unverwechselbar nach Swift, auch wenn sie betont, wie sehr sie sich verändert habe. „Sie sagen, ich hätte etwas Schlimmes getan - aber warum fühlt es sich dann so gut an?“, singt Swift. „So viel Spaß hatte ich noch nie.“ 

Schon seit langem breche sie immer wieder Herzen, „mein Ruf war noch nie schlechter“, aber sie sei stärker und klüger geworden. Und verruchter, wie sie vor allem in „Dress“ betont, wo sie vom gemeinsamen Betrinken mit einem Geliebten erzählt und ihn auffordert, seinen Namen in ihren Bettpfosten zu ritzen. „Ich habe dieses Kleid nur gekauft, damit du es ausziehen kannst.“ Swift betont: „Seit längerem hat niemand mehr etwas von mir gehört, mir geht es besser als es mir jemals zuvor ging.“ Das ist also die neue Taylor Swift.

Welche dunklen Schatten ein Leben im Scheinwerferlicht beizeiten werfen kann, beschreibt Swift im Magazin-artigen Büchlein zum Album. „Meine Fehler wurden gegen mich verwendet, mein Liebeskummer wurde als Entertainment benutzt, und meine selbst geschriebenen Texte wurden als übertriebene Mitteilungsbedürftigkeit belächelt.“ Sie ahnt schon voraus, dass die „Klatsch-Blogs“ versuchen werden, Männer den jeweiligen Songs zuzuordnen, „als ob die Inspiration für Musik so einfach und banal wäre wie ein Vaterschaftstest“. 

Unterkriegen lässt sie sich von solchen Rückschlägen nicht. Im Booklet zeigt sich Swift als glückliche junge Frau inmitten von Pferden, eigenen Gedichten und Wasserfarbmalereien sowie ihren Katzen Meredith und Olivia. Wem das zu sehr nach einer Märchenwelt aus dem Bilderbuch klingt und wer weniger von Swifts Musik als von ihren Klatsch-Nachrichten zehrt, braucht nur etwas Geduld: Dem Magazin „Billboard“ zufolge ist Kanye Wests nächstes Album schon in Arbeit.

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